Im Nähflow

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Shirt-Oberteil mit Muster – aber noch ohne Stickerei

Accessoires heißt heute das Thema des Spring Style Along, heute bei  Antonia (MarjaKatz). Deko habe ich derzeit aber noch gar nicht zu bieten. Im Gegenteil. Ich bin im Nähflow. Seit zwei Wochen habe ich eine neue Nähmaschine (Brother Innov Is 100 Prime Edition), die sich im Vergleich zu meiner alten Singer verhält wie ein Porsche zum Trabi. Also freue ich mich über die Regentage und nähe und nähe und nähe.

Sie ist bequem, ich mag das Blau - aber trotzdem... merkwürdig?
Sie ist bequem, ich mag das Blau – aber trotzdem… merkwürdig?

Fertig geworden: die königsblaue, bundfaltenbefreite Culotte. Gestern schon vorgeführt. Nur den Knopf muss ich noch annähen. Was ich davon halte, weiß ich noch nicht. Eine Styling-Frage wahrscheinlich. Und das Styling muss (s)ich noch entwickeln. Froh bin ich auf alle Fälle, dass die Veränderung am Schnitt so gut funktioniert hat. Bundfalten entfernen – das erweitert die Möglichkeiten und mein Repertoire – was will man mehr.

Nur die Knöpfe fehlen noch!
Nur die Knöpfe fehlen noch!

Außerdem soeben (fast) fertig geworden: die Eiffelturmbluse. Nur die Knöpfe… fehlen noch. Die Knopf-Annäh-Funktion der neuen Maschine stimmt mich noch etwas skeptisch. Also brauche ich einen langen TV-Abend mit möglichst anspruchslosem Film um all die Knöpfe (1+12+6 von einer Kinderjeansjacke) an die Kleidung zu bringen.

Was ich jetzt schon an der Bluse mag: Sie ist klassisch, kombinierfreudig und das ungewöhnliche Muster gibt ihr etwas Besonders. Garantiert nicht von der Stange!

zur schablone in 3 schritten
Zur Schablone in drei Schritten: Muster aussuchen, auf feste Folie durchzeichnen, sorgfältig ausschneiden
Perlen fürs Shirt und für andere Projekte
Perlen fürs Shirt und für andere Projekte

Fortschritte kann ich auch vom Alabama-Chanin-Shirt vermelden. Der weiße Beleg ist zugeschnitten. Das Muster ist ausgesucht (das war schwierig!) und drauf schabloniert. So dunkel sollte die Farbe gar nicht werden, aber mein liebevoll gemischtes Mausgrau ist beim Trocknen heftig nachgedunkelt. Macht nichts, das meiste wird sowieso rausgeschnitten. Ich habe mich für die Variante mit Perlen entschieden und sicherheitshalber – guter Vorwand – noch ein paar eingekauft. Und noch ein paar türkis-blaue gemischte Perlen für ein noch auszubrütendes Objekt. Ich fand sie so hübsch.

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Ein Vintage-Kleid als Herausforderung

Eine styletechnische Herausforderung habe ich gestern in einer Stoffsammelschublade gefunden: Dieses Seiden(?)kleid ist das Geschenk einer lieben Freundin, aus der Erbmasse einer entfernten Tante. „Da kannst du doch sicher was draus machen“, sagte sie. Die Farben finde ich super – passen sogar  zur Culotte! Aber insgesamt ist das Ding höchst merkwürdig. Mit tiefer Taille, Kellerfalten im Rock, Mega-Bewegungsfalte im Rücken. Passt mir nicht, steht mir noch weniger, ist so untragbar. Also überlege ich: Rock abschneiden und das Oberteil zur Bluse machen? Rockteile in nettes Oberteil umarbeiten? Rockteil zum Rock machen? Ihr seht: viel Luft für kreatives Potenzial. Vorerst habe ich das Objekt meiner Puppe angezogen, schaue immer mal wieder drauf und denke nach…

Was andere Damen sich ausdenken, seht ihr heute beim Spring Style Along bei Marja Katz.

 

 

Retro-Culotte – ein Abenteuer

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Mit Ringelshirt ist die Culotte bequem und alltagstauglich

Meinen ersten Me-Made-Mittwoch bestreite ich heute mit einem Näh-Abenteuer: meiner schwarzen Retro-Culotte. Schon vor einer Weile habe ich bei parvasedapta  ihren Bericht über die Rekonstruktion eines Hosenrockes von 1942 gelesen. Ich war fasziniert von dem tollen Schnittmusterfund und von der Vorgehensweise – einen Schnitt selbst aufzeichnen, nicht nur kopieren, ohne ausführliche Anleitung nähen. Und ich war sehr angetan von dem Kleidungsstück.

Also habe ich es versucht. Der Stoff ist eine schön fallende Wollmischung in schwarz, kombinationsfreundlich zu den meisten meiner Herbst-Winter-Frühlings-Übergangs-Oberteile (und schmeichelnd für meine Birnenfigur).

Am Schnitt habe ich nur eine kleine Veränderung vorgenommen und im Hüftbereich ein paar cm zugegeben – das hat sich als gute Idee erwiesen. Ein Schnittteil für den Taschenbeutel musste ich – mit Hilfe meiner Nähkurs-Lehrerin – ergänzen.

Der Bund des fertigen Hosenrocks hätte mir eigentlich weit über dem Nabel gesessen – fast direkt unter dem BH. Daher habe ich vor dem Anbringen des Taillenbelegs  gute zehn cm abgeschnitten und das Stück trägt sich immer noch mehr in der Taille als in der Hüfte – da hatte man früher wahrscheinlich andere Vorstellungen von gutem Sitz.

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Die Culotte macht alles mit und lässt (fast) alles mit sich machen

Ich bin sehr froh mit meiner Culotte. Der Hosenrock für die radelnde Dame von 1942 sieht fast aus wie ein Rock mit Kellerfalte. Aber er trägt sich praktischer – ich komme mir angezogener vor als im Rock. Das Teil ist dadurch sehr alltagstauglich. Im Herbst/Winter funktioniert der Hosenrock mit Stiefeln wunderbar und nun im Frühling lässt er sich auch mit Pumps oder Schnürschuhen kombinieren. Und ich plane schon eine frühlingshaftere Variante aus einem leichten Zickzack-Jeans.

Beim Nähen der Eingrifftaschen – deren eckige Form ich sehr schön finde – habe ich leider an der falschen Stelle zugenäht. Dadurch ist der Tascheneingriff miniklein geworden. Aber weil ich die Taschen sowieso nicht benutze, habe ich beschlossen, mir das Auftrennen zu sparen. So bleiben die Taschen eben klein.

Besonders zufrieden bin ich mit dem handgenähten Saum – der ist wirklich unsichtbar!

Ich bin sehr froh, dass ich nach langem Mitlesen jetzt auch aktiv beim MeMadeMittwoch dabei sein kann – und ich bin gespannt, was die anderen Näherinnen heute präsentieren!