Festtagsgewänder

Fein gemacht fürs Fest: Vintage Shirt dress und Alabama Chanin-Jacke

Etwas Neues und etwas altes zeige ich heute – aber keine Blumen, wie es das MeMadeMittwoch-Motto vorschlägt. Und das Foto ist auch nicht von einem Mittwoch, sondern vom Sonntag. Zu einer Feier unter Freunden habe ich mein Fräulein-Rottenmeier-Kleid (Sew Over it: Vintage Shirt dress) getragen und dazu meine neue Alabama-Chanin-Jacke (Schnitt: Alabama Chanin). Die besteht aus gedoppeltem Jersey. Die Kreise sind teilweise appliziert, teilweise gestickt und teilweise in Reverse Appliqué gearbeitet. Zum Schluss habe ich Perlchen aufgestickt. So ist eine ganz besondere Jacke entstanden. Nichts für jeden Tag, aber dafür für besondere Tage. Ich freue mich dran.

Detailansicht: viele verschiedene Kreisformen und Perlchen, Ton in Ton

Das Shrug-Experiment oder: Danke, Mama!

Lady Skater mit zweifarbigem Experimental-Shrug

Heute bin ich am Me-Made-Mittwoch außerdem Mama-made unterwegs. Über das universelle Lady-Skater-Kleid habe ich ein sehr experimentelles Strickstück geworfen, das meine Mutter kürzlich für mich gestrickt hat.

I Von hinten hat das Stricksstück einen gestreiften Zipfelkragen

Das Strickstück ist ein „Shrug & More“ von Martina Behm, der sich nicht nur als Jäckchen trägt. Ich kann ihn auch auf verschiedene Weise um meinen Hals schlingen, Arme oder Kopf durch Löcher stecken – kurz: das Ding lädt ein zum amüsanten Selbstverknoten. Gemütlich ist es auf jeden Fall. Ich mag die Kombination aus interessanter Form und gekonnter Farbaufteilung und den kleinen Dreieckskragen hinten. Und es macht schön warm am Hals – genau richtig bei diesem Übergangswetter.

Ich finde es toll, was meine Mutter, die zwar schon seit Jahrzehnten eine passionierte Strickerin, aber noch nicht besonders lange auch routinierte Internet-Nutzerin ist, im WWW an Neuem auftut. Wolle kaufen, Ideen finden, Anleitungen herunterladen, Blogs durchstöbern… und die Nutznießerin bin meist ich. „Schau mal, was x oder y für eine schöne Jacke gepostet hat“, sagt sie dann. „Soll ich nicht vielleicht…?“ Immer gerne, Mama. Und vielen, vielen Dank.

Auf diese Weise besitze ich inzwischen eine ansehnliche Kollektion von Lace-Schals und -Tüchern, Strickjacken, Pullis und Shrugs. Die nächste Eiszeit kann kommen und ich erwarte sie in kunstvollem Mama-Strick.

Das Kleid, das ich heute trage, ist ein unspektakulärer Lady-Skater aus Romanit vom Roten Faden.  Das Dunkelblau mit leichtem Lila-Stich heißt dort „Blaubeere“. Ich habe den Schnitt schon aus einigen Stoffen genäht (hier mehr dazu) und finde diesen bisher am besten geeignet. Genau die richtige Mischung aus Standfestigkeit und Dehnbarkeit. Das macht das Kleid bequem und gibt einen schönen Fall.

Das ist ein gemütliches Outfit für Übergangstage

Universelles Jogginghosenkleid

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Gemütlich, warm und wandelbar ist mein neues Sweatkleid

Ein richtiges Jogginghosenkleid begleitet mich heute durch den MeMadeMittwoch. Gemütlich, warm, ohne Nachdenken tragbar, in meiner Lieblingsfarbe dunkelblau. Ein Jeden-Tag-Sofa-oder-Job-Kleid. Viele gute Eigenschaften. Man könnte zwar denken, dem Kleid fehle einiges: Es ist nicht spektakulär, besitzt keine besondere Passform, keine nähtechnischen Finessen. Macht aber überhaupt nichts. Ich kombiniere es mit einer interessanten Kette oder einem schönen Tuch.

Der Schnitt ist Clean Lines aus Ottobre 5/2014. Ich habe die Querteilung auf Hüfthöhe weggelassen und dafür Vorder- und Hinterteil mit einer durchgehenden Mittelnaht versehen. Das wäre für den Zuschnitt nicht nötig gewesen, aber mir gefällt die Linie, die so entsteht. Diese Linie habe ich durch beidseitiges Absteppen mit Knopflochgarn betont. Auch den Beleg am Halsausschnitt habe ich einmal schmal und einmal breit abgesteppt.

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Kleid im Detail: ordentlich genähte Ziernähte an der vorderen Mitte und am Ausschnitt. Das hat mit dem Sweat besser geklappt als erwartet

Der feste dunkelblaue Sweat hat diese Ziernähte problemlos mitgemacht. Innen ist er kuschlig angeraut und damit ideal für die Morgenkälte dieser Tage. Damit das Kleid trotzdem schön fällt, habe ich mir einen Unterrock gekauft. Ich hätte sehr gerne einen genäht, aber ich konnte nirgendwo den flutschig-glatten (Poly?)Jersey finden, den man dafür braucht. Wenn jemand einen guten Tipp für eine Bezugsquelle hat, bin ich dankbar!

Am MeMadeMittwoch tummeln sich, wie immer, viele Frauen in toller selbstgenähter Kleidung. Angeführt werden sie von Sybille in einem sehenswerten, profimäßigen Trenchcoat. Schaut mal vorbei!

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Das Kleid mit dem Aber

Schlicht ja, alltagstauglich leider nein. Mein Vintage Shirt Dress aus dunkelblauer Wolle
Schlicht ja, alltagstauglich leider nein. Mein Vintage Shirt Dress aus dunkelblauer Wolle

Manchmal nähe ich ganz spontan. Ein Zeitfenster. Ein Stoff aus dem Vorrat. Ein bewährter Schnitt. Ein Wochenende, ein fertiges Stück. Oft bin ich dann sehr glücklich, wenn nach so viel Flow ein schönes, tragbares Lieblingsteil entstanden ist. Und wenn nicht, hatte ich wenigstens Spaß beim Tun.

Manchmal aber grübele ich wochenlang über einem Nähplan. Welchen von fünf ganz ähnlichen Schnitten ich verwende. Zu welcher Strickjacke das fertige Stück unbedingt oder nur eventuell passen soll. Ob der Stoff lieber dunkelblau, stahlblau, marineblau oder ganz gewagt anthrazit sein soll. Ob diese oder jene Qualität vom Online-Händler wohl vorzuziehen ist. Ob ich die Ärmel füttere oder nicht. Ob…ob…ob. Meist sind diese Obs mit lustvollen, langwierigen und teilweise selbstquälerischen Online-Recherchen verknüpft. Jede Information kann ja hilfreich sein, dem optimalen Kleidungsstück näherzukommen.

In die Kategorie der Grübel-Klamotten gehört das Kleid, das ich am Sonntag zum Familiengeburtstagsfest ausgeführt habe. Und trotz aller daran verschwendeten Gedanken ist das Kleid überhaupt nicht das geworden, was ich geplant habe.

Das Projekt

Genäht habe ich das Sew Over It Vintage Shirt Dress. Für mich zum zweiten Mal nach dem sommerlichen Koi-Kleid. Der Stoff ist eine dunkelblaue Wollmischung von Stoffe Zanderino (eine tolle, schön fallende Qualität), das Futter ist mittelblau und die altmodisch-charmanten Knöpfe stammen aus einem regionalen Stoffladen.

Der Plan

Geplant war ein schickes, aber vor allem alltagstaugliches Winterkleid. Kombinationsfreudig mit bunten Stricktüchern sollte es sein, ein Jeden-Tag-Webstoff-Kleid, das ich auch in der Schule tragen kann.

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Nein, das ist nicht die Ausgehuniform einer Stewardess

Das Ergebnis

Das Kleid ließ sich wunderbar nähen (zum größten Teil auf der AnNäherung Süd in Würzburg im Herbst; danach hat es noch gut drei Monate gebraucht, bis ich Lust auf die Knopflöcher hatte). Es sitzt prima und bequem, die Passform gefällt mir, die Silhouette auch. Die Säume sind von Hand angenäht und es ist mit dem Futter liebevoll verarbeitet. Ich bin stolz darauf.

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Mittelblaues Futter zu dunkelblauem Kleid – die Knöpfe passen in Wirklichkeit besser zum Stoff als auf dem Foto

Das Aber

Aber alltagstauglich komme ich mir in diesem Kleid nicht vor. Nicht in der puren Variante, die ich auf den Fotos zeige (damit man das Kleid sieht, nicht das Drumherum). Nicht mit groben Stiefeln, bunten Tüchern, nicht mit Gürtel oder Tuch um die Taille. „Noch eine Hornbrille auf die Nase dann kannst du als Fräulein Rottenmeier gehen“ – danke, lieber kleiner Bruder. „Ein schönes Kleid“, findet der Ehemann – „aber auf keinen Fall für die Schule“.

Ins Konzert habe ich das Kleid schon ausgeführt, für die Geburtstagsfeier war es wunderbar. Aber im Klassenzimmer würde ich mich (wahrscheinlich) overdressed fühlen. Jetzt habe ich statt eines Alltags- also ein Anlasskleid genäht. Trotz aller Grübeleien.

Kein Grund zum Jammern natürlich, denn ich finde das Kleid ganz wunderbar. Aber mal wieder ein Hinweis darauf, wie viel Überraschung doch immer wieder im Nähen steckt, aller Gedanken und Garderoben-Planungen zum Trotz. Schön finde ich das eigentlich. Und tröste mich damit, dass ich mir einfach noch ein Vintage Shirt Dress nähen muss. Diesmal garantiert alltagstauglich. Aus leichtem Jeans oder Chambray vielleicht und mit kurzen Armen.

Was andere Näherinnen mehr oder weniger geplant genäht haben, zeigen sie heute, wie immer, beim MeMadeMittwoch.

 

 

Lady Skater fünf und Lektionen über Stoffe

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Aus weichem Wollstrick stören mich die Achselfalten kaum.

Ein ungeplantes Zeitfenster am Sonntagnachmittag und der Wunsch nach einem schnellen, sicheren Näherfolg – mein neues Lady Skater-Kleid ist das Ergebnis einer solchen glücklichen Konstellation. Nachmittags zugeschnitten und bei der Tagesschau die letzten Fäden vernäht. Wunderbar unkompliziert.
Es ist bereits das fünfte Kleid nach diesem Schnitt und dasjenige, an dem ich bisher am wenigsten zu mäkeln habe.
Der Stoff ist ein schwarz-silbergrauer kleingemusterter Wollstrick, den ich letztes Jahr preiswert bei Buttinette bestellt habe: ziemlich dehnbar und weich und mit entsprechender Verzieh-Gefahr. Am Schnitt habe ich inzwischen ziemlich viel herumgebastelt: der hintere Rücken ist gekürzt (hilft gegen Falten im Hohlkreuz), das Rockteil um ein paar Zentimeter verlängert. Auf die Brustabnäher vom letzten Mal habe ich wegen des weichen Stoffes verzichtet. Ich habe beschlossen, dass ich mit den paar Falten an den Achseln leben kann. Außerdem habe ich die Ärmel nach der ersten Anprobe einen guten Zentimeter schmaler gemacht und den Ausschnitt für mehr Gemütlichkeit deutlich kleiner zugeschnitten als vorgesehen.

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Gemütlich und winterwarm fühlt sich diese Variante des Lady Skaters an

Ich finde es lehrreich, meine Lady Skater nebeneinander zu stellen. Es lässt sich daran einiges über die Eigenschaften der verschiedenen Stoffe lernen. Und darüber, dass oft nicht der Schnitt Schuld ist, wenn ein Kleidungsstück nichts wird, sondern der Stoff.
Das Ur-Kleid aus labbrigem Viskosejersey hat direkt und ohne Umweg zum Fotografieren den Weg in den Kleidersack genommen. Der Stoff war zu weich, das Kleid zog sich deswegen beim Tragen immer mehr in die Länge und sah wie ein missratenes Nachthemd aus. Zu ersten Schnittanpassungen am hinteren Rücken hat das Modell allerdings getaugt.
Kleid zwei ist aus dunkelblauem Viskose-Romanit vom Roten Faden genäht (aber nicht fotografiert weil gerade im Waschzyklus des Hauses verschollen). Dieser Romanit ist ziemlich fest; entsprechend bilden sich besonders stabile (und mich störende) Falten an den Achseln. Der hintere Rücken ist immer noch ein bisschen lang. Der wenig dehnbare Stoff ließ sich trotz mehrerer Versuche nicht gut zum Bündchen nähen. Dieses bildet hartnäckige Falten, die sich nicht wegbügeln lassen. (Ja, der Bündchenstreifen war zu lang. Mit einem kürzeren Streifen zog sich der Halsausschnitt wie gerafft zusammen. Auch nicht besser.) Ärgerlich außerdem: Der Romanit fing an den Ärmelkanten schon nach dem zweiten Tragen an zu pillen. Trotzdem trage ich das Kleid gerne – vor allem wegen der unkomplizierten Farbe. Allerdings denke ich darüber nach, für den Frühling aus dem Kleid einen Rock zu machen. So wäre ich alle Probleme mit dem Oberteil los; ein dunkelblauer Rock geht immer und das Kleid könnte ich durch ein neues Exemplar aus einem anderen Stoff ersetzen.

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Der weiche Strickstoff wellt sich und macht den Rock ziemlich lappig (links). Der feste Sweat ist nicht ganz so gemütlich, fällt aber deutlich schöner (rechts).

Kleid drei besteht aus petrolfarbenem weichem Strickstoff unbekannter Zusammensetzung – charakterlich das Gegenteil des Romanits der Vorgängerversion. Der Stoff wellte sich beim Nähen, vor allem an den Ärmeln und an der Taillennaht. Mit meiner neuen Maschine wäre die Verarbeitung vielleicht besser geworden – vor allem dank des Obertransportfußes – aber die gute alte Singer kam mit dem Strick einfach nicht klar. Dieses Kleid trage ich wegen der unschönen Wellennähte nur zuhause – am liebsten an ungemütlich kalten Sonntagen auf dem Sofa.
Kleid vier ist mein AnNäherung Würzburg-Vorbereitungskleid. Es sollte ein gemütlicher Überwurf fürs fränkische Nähwochenende werden. Ich habe es aus petrolfarbenem Sweat von Buttinette genäht. Dieser Stoff ist ziemlich fest und wenig dehnbar. Ich habe Brustabnäher eingebaut, um die lästigen Falten unter den Achseln loszuwerden. Das hat aber nur eingeschränkt funktioniert. Weil ich aus unerfindlichen Gründen die Teile ohne Nahtzugabe zugeschnitten habe, sitzt das Oberteil grenzwertig eng. Außerdem ist der Halsausschnitt hinten so tief geraten, dass es mir ohne Tuch schnell kühl wird im Kleid. Den Halsausschnitt habe ich bei diesem Exemplar mit einem Beleg versäubert, um das Bündchenproblem vom dunkelblauen Kleid zu umgehen. Das scheint mir eine gute Lösung zu sein. Erst auf den Fotos fällt mir auf, dass der Rock aus Sweat deutlich schöner fällt als aus Strick – da sieht er schnell lappig aus.

Meine Erkenntnisse aus all diesen Kleidern:
Bei festen Stoffen finde ich die Faltenbildung störend, bei weichem Strick kaum. Dafür fällt der Rock mit weichem Strick nicht so schön. Da muss man Prioritäten setzen.
Aber auf keinen Fall Viskose-Jersey benutzen.
Ein Brustabnäher macht die Sache nicht viel besser.
Bei wenig dehnbaren Stoffen würde ich am Halsausschnitt statt Bündchen immer einen Beleg nähen.

Fürs Frühjahr will ich ein Exemplar aus Baumwolljersey nähen. Vielleicht aus Piqué. Und ich bin mal gespannt, wie sich der Schnitt damit benimmt.

Noch viel mehr über Näherfahrungen, sehr und vielleicht auch mal weniger gelungene, findet ihr wie jede Woche hier beim MeMadeMittwoch.

Schwingend in blau

chambray von der seite
Sommerfrisch mit Simplicity 7712 – leicht zu nähen und angenehm zu tragen

Ganz unspektakulär aber angenehm luftig bin ich heute unterwegs. Mein Kleid (Simplicity 7712) ist aus blauem, schön fallendem Fischgrat-Chambray.  Den habe ich ganz preiswert bei Folhoffer eingekauft – den Stoff und den Händler habe ich vor einer Weile in einem Bericht von Anmasi entdeckt. Halsausschnitt und Rocksaum habe ich mit dunkelblauem Schrägband eingefasst, das gibt dem Kleid ein bisschen mehr Charakter. Dennoch bleibt es ein dezentes Kleidungsstück – wunderbar für Tage, an denen man nicht jederzeit laut „HIER“ schreien möchte und unkompliziert zu kombinieren.

collage
Der weite Rock schwingt schön beim Gehen und fühlt sich wunderbar luftig an
Ärmelschlitz
Die runden Ärmelschlitze sind dank Schablone ordentlich geworden

Mit dem Schnitt bin ich sehr zufrieden. Der Rock fällt schön weit und schwingend; das Oberteil sitzt dank Prinzessnähten und Raglanärmeln wirklich gut. Hinten ist ein nahtverdeckter Reißverschluss – dank Extra-Füßchen an der Nähmaschine überhaupt kein Problem mehr. Besonders gern mag ich die abgerundeten Schlitze an den Ärmeln. Um die ordentlich hinzubekommen habe ich aus Pappe eine Schablone geschnitten und die versäuberten Kanten sorgfältig drumherumgebügelt. Das hat gut funktioniert und die Rundungen sind gleichmäßig und rund geworden. Insgesamt war das Kleid leicht zu nähen – keine Probleme.

Aus dem preiswerten Chambray war das Kleid erst mal als Probekleid geplant. Es ist aber ein wunderbares Alltagsstück geworden. Dennoch habe ich diesen Schnitt sicher nicht zum letzten Mal genäht. Auch als Schößchentop kann man den Schnitt arbeiten, das stelle ich mir ebenfalls ganz hübsch vor.

Chambray-Kleid im Überblick:
Schnitt: Simplicity 7712
Veränderungen: Halsausschnitt vergrößert, im Größenverlauf von 38 (OW), 40 (Taille), 42 (Hüfte) zugeschnitten
Stoff: blauer Fischgrat-Chambray von Folhoffer
Nochmal nähen? Auf jeden Fall!

Jetzt aber muss ich los – zum MeMadeMittwoch. Dort sieht man in der Eröffnungssequenz heute ein tolles SewOverIt Vintage Shirt Dress – das finde ich super, seit ich die ersten Exemplare dieses Schnittes im Netz gesehen habe. Aber 64 Seiten Download zusammenkleben – nein danke. Gestern ist die Papierversion endlich bei mir eingetrudelt, so dass ich hoffentlich auch bald so ein schönes Hemdblusenkleid zeigen kann.

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Sommerleicht mit Simplicity 7051

groß fertig
Viele viele weiße Blätter und dazu ein paar braune und hellgrüne finden sich auf der blaugrundigen Baumwollpopeline. Ich mag den Stoff.

Ein Sommerkleid für richtig heiße Tage – das trage ich heute am MeMadeMittwoch. Schnittmuster ist das altbekannte Simplicity 7051. Das war der erste Schnitt den ich im Nähbloggeruniversum entdeckt (ich glaube, das war bei Floh, die leider schon länger nicht mehr gebloggt hat) und dann nachgenäht habe – meine erste Lemming-Tat. Weil ich ein ziemlich grünschnäbliger Lemming (jaja, wüstes Sprachbild) war, ist das Kleid ein kleines bisschen weit. Aber gerade deswegen ist es perferkt für große Sommerhitze. Denn es hat nur an den Schultern Körperkontakt, sonst passt überall noch eine kleine Brise durch. So viel Luftigkeit finde ich bei Hitze einfach wunderbar. Und immerhin ist das Kleid trotz der angenehmen Weite nicht formlos.

zwei hüpfer
Das Kleid ist bequem und lässt Bewegungsspielraum. Sogar Trampolinhüpfen in der Abendsonne ist kein Problem

Das Muster der Baumwollpopeline ist ziemlich lebhaft und verträgt kein Accessoire neben sich. Also verzichte ich und trage es ganz pur. Das ist wunderbar für einen gedankenfaulen Morgen. Einfach reinschlüpfen, Schuhe an – fertig. Das einzige Extra ist am Kleid schon dran: das limettengrüngelbe Schrägband an der Unterkante – passt zum Muster und gibt dem ganzen ein bisschen Pep.

Nach demselben Schnitt habe ich mir auch eine Kaltwetterkleid-Variante aus stahlblauem Romanit genäht – aber der fängt leider an den Ärmelkanten schon an zu pillen. Schade. Vielleicht versuche ich’s im Herbst mal mit Sweat, denn die Silhouette des Kleides und die Schnittführung (die man im blauweißen Blumenwirrwarr gar nicht erkennt) mag ich gerne.

Sommerleichtes Kleid im Überblick:
Schnitt: Simplicity 7051
Anpassung: im Größenverlauf (38-40-42) zugeschnitten, sonst keine
Stoff: Baumwollpopeline, ein Mitbringsel vom Berliner Maybachufermarkt
Nochmal nähen: auf jeden Fall – als Sommer- und als Winterkleid!

 

Trenchkleid für graue Tage

Trenchkleid mit roten Akzenten - dann sieht es nur ein bisschen wie Chefsekretärin aus.
Trenchkleid mit roten Akzenten – dann sieht es nur ein bisschen wie Chefsekretärin aus.

Ziemlich beschwingt fühle ich mich heute morgen meinem Trenchkleid. Durch den asymetrischen Trenchcoat-ähnlichen Kragen komme ich mir ein bisschen britisch vor, und das passt in diesen grauen Sommertagen ja ganz wunderbar.

Der Schnitt stammt aus La Maison Victor 1/2014. Ich fand das Trenchkleid einfach zu nähen und es gab auch keine übermäßige Anpassungsarbeit. Ich habe es in meinem üblichen Größenverlauf von 38 oben bis 42 an den Hüften zugeschnitten. Im Rücken an meinem Hohlkreuz sitzt es recht luftig aber ich wollte dort auch nicht körpernäher werden – das hätte auch das Hinterteil mehr betont.

Mit der Passform bin ich insgesamt ganz zufrieden. Das Kleid ist schmal, aber nicht knalleng.

Viel Stoff am Bauch - ich vermute, dass ist der Preis für die Po-umspielende Form auf der Rückseite
Viel Stoff am Bauch – ich vermute, dass ist der Preis für die Po-umspielende Form auf der Rückseite

Etwas irritiert bin ich über eine ziemlich Stoffmenge an meinem Unterbauch, die sich zeigt, wenn ich sitze oder mich beuge. Klassische Selbstgenäht-Überempfindlichkeit? Stoffbeulen, die am Kaufkleid keinen stören würden? Oder seht ihr eine schneiderische Lösung für das „Viel-Stoff-am-Bauch-Problem“?

Grundsätzlich ist die Kleidform mit dem geraden Rock für mich ungewöhnlich und leicht gewöhnungsbedürftig – in A-förmigen Röcken fühle ich mich bewegungsfreier und mit meinen Formen weniger präsentiert. Deswegen nehme ich hier Beulen und ähnliches vielleicht besonders wahr. Dennoch: Wirklich schlecht finde ich es nicht, das Trenchkleid. Es zwingt mich einfach einen winzig kleinen Schritt aus meiner Kleider-Komfortzone heraus.

 

Hohe Sprünge machen kann man mit dem Kleid aus grauem Stretch-Jeansstoff.
Springen kann man in dem Kleid – und dabei die Tragefalten meines gestrigen langen Tages zeigen

Das Kleid ist aus grauem Stretchjeans genäht, den ich in Paris bei Coupons de St. Pierre (gibt’s übrigens auch online) auf dem Wühltisch gefunden habe. Die Knöpfe sind mit einem rotgemusterten Kaffe Fassett-Stoff bezogen und die passende Paspel ist selbst gemacht. Das gibt dem Kleid ein bisschen Pep – sonst hätte es zu sehr nach Chefsekretärin ausgesehen.

Zum ersten Mal trage ich das Kleid heute mit Leggins. Bisher hatte ich immer Strumpfhosen darunter an, aber die fand ich für Juni einfach zu winterlich.

Jetzt schaue ich mich erst mal beim MeMade Mittwoch um. Dort zeigt Lucy uns einen wunderschönen, sommerlich-flattrigen Blümchenrock, bei dem man die vergangenen Regentage glatt vergessen könnte – würde sie nicht mit Regenschirm posieren.

 

Hübsche Details: bezogene Knöpfe und Paspel aus Patchwork-Stoff
Hübsche Details: bezogene Knöpfe und Paspel aus Patchwork-Stoff

Trench-Kleid in Kürze:
Schnitt: La Maison Victor 1/14
Änderungen: Zuschnitt im Größenverlauf (38 oben auf 42 unten)
Stoff: Stretch-Jeans von Coupons de St. Pierre in Paris (3m-Coupon für 10 €), roter Kaffe Fassett-Stoff für die Akzente
Wiederholungspoztenzial? Für das Kleid bin ich unsicher. Eins davon reicht, denke ich. Aber im Herbst will ich das obere Teil vom Kleid mal als Trench-Bluse aus eisblauem Flanell nähen.