WKSA – Zwischenstand beim Culotte-Kostüm

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Die Culotte von allen Seiten. Mit hohen Schuhen und ein bisschen Bling-Bling kann man sie sicher weihnachtlich aufbretzeln
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Von innen ist die Culotte weihnachtsrot
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Mit Stiefeln wird die Culotte zum Jeden-Tag-Teil. Wärmer als ein Rock und besonderer als eine Jeans.

Große Fortschritte habe ich in den letzten zwei Wochen gemacht. Die Culotte ist fertig. Sitzt. Passt. Gefällt. Schön verarbeitet ist sie mit einem Bundbeleg in dunkelrotem Damast (gefärbte Uraltbettwäsche, jetzt heiß geliebt für Nähdetails), den ich für einen dramatischen Weihnachts-Effekt unten mit schwarzem Schrägband versäubert habe. Bei der Hosenlänge habe ich sehr geschwankt zwischen gerade kniebedeckend und 7/8-Länge. Am Ende, nach vielen Anproben und Fotos mit verschiedenem Schuhwerk, habe ich mich für die längere Version entschieden. Die wirkt, so finde ich, moderner und weniger altbacken.

Für die Cordova-Jacke habe ich erst mal viel gegrübelt. Denn im Netz sieht man relativ viele schlecht sitzende Cordova-Exemplare. Zum Glück gibt Sewaholic nicht nur eine Maßtabelle mit Körpermaßen an, sondern auch eine mit den Maßen des fertigen Kleidungsstücks.

Ich habe also meine gut sitzende Bouclé-Jacke vermessen – die entspricht exakt einer Größe 6. Nach meinen Körpermaßen hätte ich mindestens Größe 8 nähen müssen. Ich habe mich aber nach den Jackenmaßen für ein Probemodell in Gr. 6 entschieden (Supergefühl: so kleine Größen nähe ich sonst nur für die Tochter…). Und: Die Jacke passt. Sitzt. Wunderbar. Nur die Schultern muss ich ein bisschen schmaler machen. Mal sehen ob ich Lust habe, die Ärmel nochmal rauszutrennen… Auch an den Ärmeln zweifele ich noch ein bisschen. Sie sind durch die eingelegten Falten extrem puffig. Ich sehe zwar den Sinn (Sanduhr-Breite obenrum herstellen) – aber gewöhnungsbedürftig ist die Form dennoch.

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Probemodell der Cordova-Jacke. Der Reißverschluss fehlt noch, Säume und Futter auch. Der Zipfel an der hinteren Mitte ist normal und verschwindet, wenn die Belege angenäht werden

Weil es ein Probemodell ist, habe ich die Variante mit dem doppelten Schößchen genäht, obwohl ich die im Prinzip immer etwas merkwürdig fand. So ein Gewurschtel auf der Hüfte kann doch nix sein, oder? Aber ein Probemodell gibt eben die Freiheit zum Ausprobieren.

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Probejacke mit Fragezeichen: Doppelschößchen? Puffärmel?

Und ich finde das Ergebnis unerwartet gut. So dass ich jetzt ernsthaft überlege, ob ich die Kostümjacke zur Culotte nicht auch mit Doppelschößchen nähen soll. Was meint ihr? Ist das Doppelschößchen schmeichelhaft und cool oder eher schaurig und absonderlich?

Das Cordova-Probemodell besteht aus einem karierten Wollstoff aus meinem Lager: blau, pink, schwarz, ein bisschen grau, mit Metallfäden in Kupfer und Pink. Passt zu Jeans, zu schwarz, zu Dunkelblau – was will man mehr. Der Stoff ist struktuiert und etwas kratzig, aber für eine Jacke stört das nicht. Ich bin so zufrieden mit der Form, dass ich die Jacke vom Probe- zum Erstmodell befördert habe und sie ordentlich und tragbar zuende bringen will. Also warte ich auf den bestellten Reißverschluss (schwarz mit kupferfarbener Spirale) und habe am Ende des WKSA hoffentlich eine Culotte und zwei Jacken fertig.

Auch die anderen WKSA-Näherinnen waren fleißig in den letzten Wochen. Wie weit sie mit ihren Kleidern sind, könnt ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog verfolgen.

 

Bouclé-Jacke für jeden Tag

Die Bouclé-Jacke in dunkelblau trägt sich gemütlich wie eine Strickjacke.
Die Bouclé-Jacke in dunkelblau trägt sich gemütlich wie eine Strickjacke.

Meine erste selbstgenähte Bouclé-Jacke war ein altrosafarbener Alptraum, von meinem Mann abfällig „die Zahnarzt-Gattinnen-Jacke“ getauft. Nichts gegen die Ehefrauen von Zahnärzten, er dachte eher an jene föhngewellten Damen, die im Vorabend-Werbefernsehen mit ihrer angeheirateten Kompetenz diese oder jene Zahncreme anpreisen.

Die Zahnarzt-Gattinnen-Jacke ist längst in einer Kleidersammlung gelandet, aber eine Bouclé-Jacke wollte ich weiterhin besitzen. In Paris bei Sacré Coupons fiel mir dann dieser Stoff in die Hände: dunkelblau mit schwarz, ohne Glitzer, ganz locker gewebt – kein Risiko einer weiteren Vorabendwerbung-Jacke. Daraus habe ich letztes Jahr eine neue Alltags-Bouclé-Jacke genäht. Heute merke ich an dieser Jacke an vielen Details, wie ich mich nähtechnisch weiterentwickelt habe – denn einiges würde ich inzwischen anders machen. Dennoch trage ich die Jacke gerne.

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Die Jacke hat Schulterpassen und Prinzessnähte vorne und hinten, Zweinahtärmel und einen etwas merkwürdig geformten Stehkragen.

Ich wollte den lockeren Charakter des Stoffes bewahren und habe ihn deswegen nicht komplett mit Einlage versehen. Nur die Kanten sind, der besseren Verarbeitung wegen, mit Vlieseline bebügelt. Den Schnitt (Relikt aus meinen Näh-Anfängen: „Sylt“ von Schnittreif) habe ich mehr tailliert als vorgesehen – heute denke ich: auch an den Schultern hätte ich die Jacke noch schmaler machen können. Das ist ein typischer Fall von mit der Näh-Erfahrung zunehmendem Perfektionismus.

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Buntes Futter und Paspelknopflöcher – solche Verarbeitungsdetails machen mir Freude

Der Kragen ist eine merkwürdige Variante auf den im Schnitt angebotenen Stehkragen. Er gehört ebenfalls zu den Details, die ich heute anderes arbeiten würde. Ich nenne ihn wegen der zueinanderzeigenden Spitzen „Säbelzahntiger-Kragen“ und behaupte gegenüber strengen Beobachtern einfach: Das muss so sein.Das Futter ist ein wildgemusterter Coupon von Karstadt – noch so ein Fall von buntem Gute-Laune-Futter in einem eher nüchternen Kleidungsstück. Das mag ich. Besonders stolz bin ich auf die Paspelknopflöcher: meine ersten. Und dank der Anleitung meiner Nählehrerin Martina sind sie richtig gut geworden.

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Alltagstauglich ist die Jacke mit einem bunten Schal

Die Jacke trage ich vor allem im Winter gerne statt Strickjacke zur Jeans. Dazu ein schlichtes Shirt und ein buntes Tuch – ein einfaches und variables Outfit, das nicht viel Überlegung braucht und im Alltag nicht overdressed wirkt.

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Eine spezielle Stricktechnik, von der ich leider gar nichts verstehe, macht den Schal zum zackigen Drachenschwanz

Das Stricktuch, das ich heute zur Jacke trage ist übrigens wieder Mama-made: ein Drachenschwanz-Tuch in eigentümlicher Ringelstrickweise – ich mag es, weil es etwas Besonders, schön bunt und sehr gemütlich ist.

Was andere Näherinnen derzeit an selbstgemachter Kleidung tragen seht ihr hier bei der allwöchentlichen Parade des MeMadeMittwoch. Besonders sehenswert ist der selbstgemachte Frack von Gastbloggerin Ann-Sophie – sie legt die Latte wirklich hoch…

Michelle, my belle, ganz universell

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Passt immer und zu allem: die Jacke Michelle aus grauem Jeans

Ein ganz normaler Heimarbeitstag mit ein bisschen Renovieren und Mantelnähen steht für mich heute auf dem Programm. Außerdem grabe ich mich durch die technischen Rafinessen meines neuen Handies (akustisch gesteuerter Selbstauflöser – sehr nützlich für Bloggerinnen!). Das kostet leider Zeit, deswegen schaffe ich es heute erst spät zum MeMadeMittwoch.

Ganz alltäglich ist das Kleidungsstück, das ich heute durch den milden Herbsttag trage: die „Veste Michelle“ von République du Chiffon ist eine leger geschnittene Jacke mit Schalkragen und aufgesetzten Taschen. Mein Exemplar ist aus hellgrauem Jeansstoff, linke Stoffseite nach außen verarbeitet. Das gibt eine hübsche Rippenstruktur. Genäht habe ich sie schon vor einer ganzen Weile und hier auch schon mal genau beschrieben.

Besonders empfehlenswert ist das Online-Tutorial von RdC zu Michelle – so elegant und so einfach lässt sich ein Jackenfutter einnähen!

Die Michelle ist universal einsetzbar. Einfach überwerfen, fertig. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sie vom Bügel nehme, über das schöne Zebra-Innenfutter und das diagonale Paspelknopfloch. Allein für das gute Gefühl lohnt sich das bisschen Extra-Arbeit für die kleinen Details…

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Gemütlich wirds mit einem meiner Mama-made Strickstücke: zum Beispiel mit dem zarten hellblauen Schal oder dem gemütlichen petrolfarbenen Dreickstuch. Vor allem das Tuch ersetzt gerne eine Strickjacke – wunderbar!

Und wenn es doch noch ein bisschen herbstlich-ungemütlich wird, werfe ich mir einen der schönen Lace-Schals um, die meine Mutter mir gestrickt hat. Denn auch sie hat vor einer Weile die Blogwelt entdeckt, suft nun begeistert und beglückt mich regelmäßig mit den Ergebnissen ihrer Online-Recherchen. Danke, Mama!

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Blusenjacke Manufacture

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Blusenjacke und Recycling-Projekt: meine Manufacture

Ich zeige heute beim MeMadeMittwoch einen französischen Schnitt – Aime comme Manufacture von Aime comme Marie -, der mich allerdings nicht hundertprozentig überzeugt. Es handelt sich um einen Blusenschnitt, der mich zunächst wegen der asymmetrischen Front angesprochen hat. Vor allem wenn man sie mit Reißverschluss näht, erinnert die Manufacture-Bluse dadurch etwas an eine Bikerjacke.

Mein Stoff ist eine Kombination aus schwarzem Wollmischtuch aus meinem Lager und schwarz-creme-kariertem Wollstoff, der früher mal eine Hose war (ein Erbstück, das niemandem passte – aber den Stoff mochte ich gerne. Also habe ich die Hose auseinandergenommen und weiterverarbeitet). Die vielen mutigen Karo-Experimente beim Vivienne-Westwood-Sewalong haben mich übrigens dazu gebracht, das Karomuster teilweise diagonal auszurichten.

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Detail des Vorderteils – die asymmetrische Ausschnittlösung mit der umgeklappten Ecke finde ich gut

Durch den Wollstoff wirkt die Bluse mehr wie eine Jacke; ich habe sie bisher auch als Jacke über einem Shirt getragen. Das funktioniert zu schmalen Hosen gut.

Pluspunkte meiner Manufacture sind der schöne Wollstoff und die asymmetrsiche Front (bei mir mit zwei Knöpfen geschlossen). Für den Schnitt spricht grundsätzlich, dass er wirklich leicht und schnell umzusetzen ist und auch Anfänger und Ungeduldige damit ein ungewöhnliches Stück nähen können.

Als Minuspunkt des Schnittes sehe ich vor allem das formlose Rückenteil. Ich würde beim nächsten Mal unbedingt Taillenabnäher einbauen. Jetzt im Nachinein verzichte ich darauf, weil das die diagonale Teilung an meinem Rückenteil zerstören würde. Auch dem Vorderteil würden ein paar formende Abnäher nicht schaden. Ich gehöre eben zu den Anhängerinnen taillierter Oberteile. Wer gerne kastige Oberteile trägt, ist mit der angebotenen Variante sicher gut bedient.

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Durch den Wollstoff wirkt die Bluse mehr wie eine Jacke; ich habe sie bisher auch als Jacke über einem Shirt getragen. Das funktioniert zu schmalen Hosen gut.

Ob ich den Schnitt nochmal nähe? Vielleicht schon, aber nur mit den beschriebenen Änderungen. Eine Variante, die einen verspielten Stoff mit einem (Metall)reißverschluss bricht, kann ich mir als Bluse immer noch gut vorstellen.

Manufacture in Kürze

Stoff: Wollstoffe aus Recycling und aus dem Vorrat
Schnitt: Aime comme Manufacture von Aime comme Marie (Anleitung auf französisch, aber auch ohne viele Sprachkenntnisse dank Illustrationen wirklich einfach zu nähen)
Größe: M
Probleme: keine mit dem Schnitt – nur mit der Silhouette

 

 

Manchmal mit Plan: die Bilanz des Spring Style Along

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Neu genäht für den Style Along: die Culotte. Ich finde immer mehr Tragevarianten – am liebsten eher sportlich

Eine Bestandsaufnahme machen, Kleiderschranklücken entdecken und auffüllen, Outfits und Kombinationen aus Neuem und Altem entwickeln – und all das möglichst in einem bestimmten Stil. Das war der – ehrgeizige – Plan für den Spring Style Along, den Alexandra (MamaMachtSachen) und Antonia (MarjaKatz) dankenswerterweise organisiert haben. Heute ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Zuerst ein kurzer Rückblick auf die Theorie meines Plans:
Stilprinzip: kombinationsfreudig, entspannt und ein bisschen besonders
Farben: Marine als Basisfarbe, alle Blautöne, Türkis und vielleicht ein bisschen Rot-Pink dazu.

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Die Culotte ist Schnitt 126 aus Burda Style 3/2015 (aber ohne Bundfalten), der Rock Anemone stammt von Deer and Doe. Die Marlene ist ein Burda-Modell (8087)

Basics sind neben Jeans in meinem Kleiderschrank der (jeansblaue) Rock Anemone und, weil für den SpringStyleAlong endlich gekürzt, meine marinefarbene Marlenehose. Nicht ganz so basic aber super bequem und schick ist die frischgenähte royalblaue Culotte. Weil die Farbe schwierig zu kombinieren ist, habe ich ihr (und mir) zwei Ringelshirts gekauft, die Madame la Culotte wunderbar ergänzen. Nach den ersten Tragetests habe ich begeistert beschlossen, dasselbe Modell nochmal in dunkelblau zu nähen.

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Ein schlichter Rock in A-Form ( Simplicity 2/2013, Modell 29). Einmal fertig aus Waxprint, einmal in Arbeit aus Löcherstoff, gefüttert mit Baumwollbatist

Außerdem ist – ziemlich ungeplant – ein Rock in A-Form aus Waxprint entstanden und ein weiterer nach demselben Schnitt ist in Arbeit. Diesmal aus taubenblauem Loch-Chambray, den mir Frau Sonnenburg netterweise überlassen hat. Darunter lege ich wegen all der Löcher Baumwoll-Batist in dunkelblau.

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Die Strickjacke ist eigentlich ein Blazer ( Burda Style 5/2015). Ich mag das Schößchen und die schöne Schnittführung im Rücken

Fast fertig ist eine dunkelblaue Jersey-„Strick“-Jacke mit Schößchen, die zu allen Unterteilen (und Oberteilen) prima passt. Ich muss nur noch Knopflöcher machen. So lange nehme ich  für kühle Frühlings- und Sommertage den dunkelblauen Alabama-Chanin-Poncho.

 

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Die Eiffelturmbluse heißt Girly Touch und stammt aus Ottobre 5/2013. Die Bluse aus Herrenhaus-Liberty ist Modell 22 aus Fashion Style 2/2015. Die Löcherbluse und das Shirt habe ich nach dem Schnitt Indécise (Mlm Patrons) genäht (das Foto vom Shirt zeigt die Hinteransicht – vorne ist es ganz schlicht).
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Detail vom Herrenhaus: Wer hat schon Downton Abbey auf der Bluse?

Bei den Oberteilen hat in der letzten Woche der Sonnenburgsche Loch-Chambray dominiert. Die zugeschnittene Bluse (Indécise von Mlm Patrons, aber ohne Rückenpasse und Knopfleiste) wartet noch auf Seitennähte und vor allem auf passendes Schrägband, um die Kanten einzufassen. Aus einem Rest habe ich, um die Wartezeit zu überbrücken, kombiniert mit passendem Jersey aus dem Stofflager ein Shirt genäht (wieder Indécise, ohne Knopfleiste, mit vergrößterter Rückenpasse und, weil es kein Jersey-Schnitt ist, ohne Nahtzugabe zugeschnitten). Ich habe Indécise mit meinem bisherigen Shirt-Standard-Schnitt Renfrew (Sewaholic) verglichen und wegen der stärkeren Taillierung lieber den französischen Schnitt benutzt. Das Ergebnis gibt mir recht – das Shirt mag ich sehr.
Aus dem Liberty-Herrenhaus-Stoff habe ich eine schnelle Bluse genäht, die zwar relativ weit fällt, sich aber sehr angenehm trägt. Ich mag das Muster und die beiden Falten am Ausschnitt (Schnitt: Fashion Style 2/2015, Modell 22, in der Taille deutlich schmaler gemacht).

Die Eiffelturmbluse ist fertig und auch schon getragen – ich bin sehr glücklich mit meinem Werk, auch wenn es jetzt wohl erst mal Sommerpause hat.

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Fischgrat-Chambray und Simplicity 7712 ergeben dieses Kleid. Am Rocksaum fehlt noch das Schrägband. Die dunkelblauen Kanten geben dem Kleid Struktur

Außerdem ist aus blauem Fischgrat-Chambray ein Kleid nach Simplicity 7712 entstanden (weiter Rock, Prinzessnähte, Raglanärmel, hübsch abgerundete Armabschlüsse – wirklich nett!). Hier fehlt nur noch das dunkelblaue Schrägband am Rocksaum, das derzeit im Saarland einfach nicht zu bekommen ist (ich lebe in einem Kurzwaren-Entwicklungsland!). Ich muss wohl im Internet bestellen und die Fertigstellung des Kleides auf kommendes Wochenende verschieben.

Entgegen dem SpringStyle-Plan noch nicht verarbeitet habe ich den taupe-gepunkteten Jersey und die Liberty-Teetassen. Da schwanke ich immer noch zwischen Bluse und Kleid.

Zusammengefasst: Ich habe richtig viel genäht und dunkelblau ist, wie immer, ein Leitmotiv. Obwohl ich nicht sehr vehement versucht habe, meine Näh-Prinizpien umzusetzen, ist einiges an Entspanntem (Kleid, Culotte) und ein bisschen Besonderem (Herrenhaus-Bluse, Eiffelturm-Bluse, Waxprint-Rock, Lochstoff-Stücke, Jacke) entstanden. Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Output.

Nach Plan zu nähen hatte ich im Laufe des SpringStyle Alongs nicht immer Lust – sicher ein Grund, warum so viele ungeplante Dinge entstanden sind. Immer wieder finde ich irgendwo Stoffe oder Schnitte, die spontane Sofort-Näh-Bedürfnisse hervorrufen (wie der Waxprint oder der Frau Sonnenburg-Löcherstoff oder der interessante Jackenschnitt). Da hat ein vernünftiger Plan dann keine Chance. Der hat mir aber dabei geholfen, ein besseres Gleichgewicht zwischen den besonderen Dingen und schönen Basics herzustellen. Und ich habe mir vorgenommen, zwischen den genussvollen Spontan-Nähereien den Basics in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Was gar nicht so einfach ist.

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Spontankäufe: ein ganz zarter Kaffe Fassett-Stoff in Rottönen und ein anonymes wildes Muster auf Popeline. Vielleicht eine rote Bluse und ein buntes, ärmelloses Sommerkleid?

Gestern morgen war ich allerdings im (meiner Meinung nach) schönsten saarländischen Stoffladen zu Besuch (Ischilly in Wadern – 50 Kilometer Anfahrt, die es wert sind). Eigentlich nur, um passendes Schrägband bzw. Schrägbandstoff für die Löcherbluse zu besorgen. Ein heftiger Flash hat mir dort zwei bunte wildgemusterte Stücke eingebracht. So weich, so tolle Farben – die mussten mit. Aber vorher – nach Plan und ganz basic – gibts die marineblaue Culotte.

 

Das Jacken-Experiment

Burda-Schnitt, als "Strickjacke" umgesetzt
Burda-Schnitt, als „Strickjacke“ umgesetzt

Meinen (gefühlten) Strickjackenbedarf bin ich diese Woche ganz entschlossen angegangen. Insofern passt das Spring Style-Motto der Woche – being on the needle – wunderbar zum Stand der Dinge. Nach ausführlichen aber erfolglosen Internetsuchen nach dem idealen Schnitt für eine kurze, taillierte Strickjacke habe ich mich am Ende für eine spontane Lösung entschieden.

Der Schnitt ist aus der Burda Style 5/2015, die auf dem Schmökertisch im Nähkurs rumlag. Ich nähe ihn aus dunkelblauem Jersey, obwohl er eigentlich für Webstoffe gedacht ist, ohne Futter und ohne die vorgesehene Wattierung und die Schulterpolster. Die Schnittführung mit den schräg nach unten verlaufenden Abnähern finde ich sehr schick, vor allem im Rücken. Durch das Schößchen entsteht eine Taillienbetonung, die mir ebenfalls gut gefällt.

Bis jetzt scheint das Projekt, trotz des „falschen“ Stoffes auch ganz gut zu funktionieren – ich bin optimistisch. Und ich hoffe, dass am Ende eine universal tragbare und ein bisschen besondere Jacke dabei rauskommt.

Blümchenshirt auf Shabby-Malerleiter: eine interessante Kombination
Blümchenshirt auf Shabby-Malerleiter: eine interessante Kombination

In einem kurzen, aber heftigen Nähanfall ist Anfang der Woche außerdem ein geblümtes Shirt nach dem Schnitt „Frau Liese“ entstanden (der Stoff stammt von meinem Besuch am Berliner Maybachufer in den Osterferien). Ein nettes Stück für jeden Tag.

Und das ist der Sachstand für die übrigen Projekte:

Das Alabama-Chanin-Shirt muss nur noch gesäumt werden (das mache ich morgen).

Die Knöpfe der Eiffelturmbluse fehlen weiterhin. Aber sie ist derzeit sowieso zu warm, deswegen bin ich nicht so motiviert, zum Ende zu kommen.

Filets vom Vintagekleid
Filets vom Vintagekleid

Das Vintage-Kleid befindet sich in einem Zustand fortschreitender Auflösung. Ich bin dabei, es gründlich zu „filetieren“ und die gefühlten 100 Kellerfalten vorsichtigst aufzutrennen. Dann soll ein Oberteil nach dem Mlm-Schnitt „La joueuse“ daraus werden. Mehr über die netten Schnittmuster der französischen Firma Mlm habe ich übrigens schon mal hier berichtet.

Die Culotte hat den Tragetest bestanden und ist vergangene Woche gleich zum neuen Lieblingsteil geworden. Superbequem und schick. Mein Beschluss steht: Ich brauche mehr davon!

Was bei den anderen Spring Style Näherinnen gerade auf dem Nähtisch liegt, erfahrt ihr heute beim Spring Style Along bei Marja Katz.

 

Spring style – frisch und locker

Über Frühling und Stil wollen sich MamaMachtSachen und MarjaKatz mit uns austauschen – bei mir rennen sie offene Türen ein. Denn über Stil und meinen Kleiderschrank habe ich mir in letzter Zeit einige Gedanken gemacht. Schließlich will ich nicht Kleidung nähen, die mich später enttäuscht, weil sie mir nicht steht oder nicht zu mir passt. Und ich will nicht mehr (oder nur noch ganz selten) in die Schöne-Bunte-Muster-Jersey-Falle tappen, aus der ich dann verkleidet wie Pippi Langstrumpf wieder auftauche.

Angeregt von Colettes Wardrobe Architect habe ich deswegen versucht, meinen „Look“ zu beschreiben. So sollen meine Klamotten (und ich mit ihnen) aussehen: frisch, klar, entspannt, bequem und ein bisschen überraschend.

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Meine Akzentfarben für den Frühling

Außerdem habe ich Basis- und Akzentfarben für meinen Frühling festgelegt. Das sind allerdings keine Trendfarben, sondern die Farben, die ich sowieso im Frühling gerne trage. Ich bin da seit Jahren ziemlich konstant und wenig trendig. (Dunkel)blau, Weiß und Grau als Basis-Farben, dazu noch mehr Blau in allen Schattierungen, Türkis und Rot. Netterweise passen all diese Farben auch gut zusammen. Allerdings sehe ich das mit dem Farbschema eher als Hilfe denn als Regel und habe kein Problem, auch mal auszubrechen, wenn mich ein Stoff anlacht.

Mein Ziel ist es, auf dieser Grundlage eine Frühlingsgarderobe von Teilen zusammenzustellen, die gut zueinander passen und einfach zu kombinieren sind. Das wird dadurch erleichtert, dass ich bei der Arbeit oft Jeans trage – dann reicht ein besonderes Oberteil für das „Überraschende“ aus meinen Stil-Überlegungen.

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Meine Jupe Anemone aus gestreiftem Jeans
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Veste Michelle aus hellgrauem Jeans

Neben meinen Jeans soll mein neuer Rock Anemone nach dem Schnittmuster von Deer and Doe (super Passform – ich bin begeistert!) ein Basic sein. Fürs Obendrüber habe ich gerade den Blazer „Veste Michelle“ von République du chiffon fertiggestellt – aus hellgrauem Jeans (ganz preiswert in Paris gekauft) ist die Jacke nicht nur bequem und praktisch, sondern passt auch zu allem und sieht schön lässig aus. Michelle wird ein richtiges Lieblingsteil – das Schnittmuster und das französische Indie-Label RdC stelle ich euch demnächst mal ausführlich vor.

 

Liberty: blaue Teetassen
Liberty: blaue Teetassen
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Liberty: Englisches Landhaus mit Park – wundervoll!

 

 

 

 

 

 

Geplant sind für den Frühling ein neuer Hollyburn-Rock in rot und zwei Webware-Oberteile aus wunderschönen Liberty-Stoffen, die ich vor einer Weile billig bei Stragier bestellt habe. Ich habe gehörigen Respekt davor, die beiden anzuschneiden, denn der Stoff ist so schön glatt und das Muster so nett und die Farben so toll…

IMG_0452Außerdem habe ich gerade eine Hemdbluse aus Eiffelturmpopeline in Arbeit – ein absoluter Lieblingsstoff, den ich mit Netz und doppeltem Boden im Nähkurs verarbeite (minimiert das Risiko). Über die Stoffquelle, einen französischen Online-Shop, will ich euch demnächst berichten.

Ich hoffe, dass ich mit so viel Plan dann wirklich eine Frühjahrsgarderobe „aus einem Guss“ zusammenbekomme.

Was die anderen Damen sich für Frühlings-Stil-Gedanken machen, seht ihr hier.