Kuscheliger Näh-Erinnerungs-Quilt

An Trittsteine im Garten erinnert mich die Verteilung der Musterblöcke bei dieser Decke.
An Trittsteine im Garten erinnert mich die Verteilung der Musterblöcke bei dieser Decke.

Eine kuschlige Sofadecke ist letzte Woche vom Näh- ins Wohnzimmer umgezogen. Dort wärmt sie jetzt die Füße bei der Tagesschau. Für den besonderen Gemütlichkeitsfaktor sorgen das flauschige Fleece auf der Rückseite und das Vlies aus einer Wollmischung (beides von Butinette). Tatsächlich hält die Decke deutlich wärmer als eine ähnliche mit Fleecerücken und Polyestervlies.

Das Muster heißt „Mod Mosaik Blocks“ von Elisabeth Hartman. Ich nähe sehr gerne solche Improv-Muster, bei denen man der Laune des Augenblicks folgen kann. Akkurat vorbereiten muss man nur die weißen Zwischenstreifen – der Rest entsteht spontan aus den vorhandenen Stoffstücken. Ich habe nur mit Resten gearbeitet und dabei einige Stoffe (fast) aufgebraucht, die ich besonders toll finde. Den grasgrünen Batikstoff, die türkisfarbenen Zebras, den sonnengelben Fischgrat-Quiltstoff, den selbst marmorierten grün-orangenen Stoff und und und.

Wenn ich auf dem Sofa sitze und meinen Blick über die bunte Sammlung schweifen lasse, dann kommen so viele Näh-Erinnerungen hoch, dass ich mich nicht nur freue, sondern auch gleich wieder Lust bekomme, mich an die Maschine zu setzen. Schließlich grüßen von der Decke auch meine graue Paris-Hemdbluse, das Futter meiner Yogamatten-Tasche, ein Sommerblüschen aus Maybachufer-Baumwolle, mein wildest-gemustertes Sommerkleid…

Wie immer war die Quilt-Produktion sehr lehrreich für mich, denn auch nach der fünften – autodidaktisch genähten – Decke fühle ich mich wie eine blutige Anfängerin.

Zum ersten Mal habe ich die Lagen mit Sprühkleber statt mit Reihfaden oder Sicherheitsnadeln zusammengefügt – das hat das Quilten später sehr erleichert und trotz der dehnbaren Fleece-Rückseite hatte ich keinen Ärger mit Falten beim Quilten. Also: Das Geld für den Sprühkleber lohnt sich.

Ich hatte auch große Sorge, die Decke könnte durch die relativ engen Quiltlinien steif werden (der Abstand beträgt mit vier Zentimetern deutlich weniger als bei meinen bisherigen Quilts). Aber die Sorge war unberechtigt, sie ist schön weich und kuschlig geworden.

Beim nächsten Mal werde ich das Fleece auf jeden Fall mit der Overlock versäubern, bevor ich quilte. So hat die Decke überall unglaubliche Mengen weißer Fussel verteilt, und sogar nach dem Waschen klebten noch viele an der Decke. Erst ausführliches Bearbeiten mit der Fusselbürste hat geholfen.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den Frixion-Stiften zum Markieren einiger Quiltlinien gemacht. Die Farbreste, die nach der Wäsche noch zu sehen waren, ließen sich mit dem heißen Fön ganz einfach zum Verschwinden bringen.

Verlinkt bei RUMS.
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Bunter Improv-Miniquilt

Aus Materialproben hochwertiger Bettwäsche ist dieser Quilt zusammengesetzt
Aus Materialproben hochwertiger Bettwäsche ist dieser Quilt zusammengesetzt

Mit Mustern und Farben, Ruhe und Chaos spielt der Miniquilt, den ich im Dezember fertig gestellt habe. In Improv-Manier habe ich verschiedene Blöcke kombiniert. Vorbild war der „Pavement“quilt von Lucie Summers – ihr Buch „Quilt Improv“ ist sehr empfehlenswert für alle, die moderne Quiltarbeiten mögen oder sich für gewollt ungleichmäßige Improv-Patchworks interessieren. Oder für solche, die einfach gerne schmökern und schöne, bunte Farben und Fotos genießen können.

Die Unregelmäßigkeiten in meinem Quilt sind (größtenteils) gewollt. Die Geraden sind nicht immer gerade, die Kreuze der „Fenster-Blöcke“ schief und krumm. Ich finde den Effekt charmant – besonders weil die Uni-Stoffe mit ihrer Ruhe das Chaos ausbalancieren.
Insgesamt wirken die Muster mit unis gepatcht klarer und moderner als im klassischen Mustermix, finde ich.

Das Material: Materialproben unifarbener Bettwäsche, jedes Stück ungefähr 8 mal 15 Zentimeter groß, Geschenk einer guten Bekannten. Ich habe es geschafft, kaum ein Fitzelchen des Stoffes übrigzulassen. Außerdem habe ich Stücke eines taubenblauen Herrenhemdes verarbeitet. Gequiltet habe ich ein unregelmäßiges Gittermuster, ebenso imperfekt wie der Patchwork-Untergrund.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Miniquilt – eine Fingerübung, die auf dem Esszimmertisch einen guten Platz gefunden hat. Das nächste Improv-Uni-Quiltprojekt habe ich schon im Kopf…