Blusenjacke Manufacture

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Blusenjacke und Recycling-Projekt: meine Manufacture

Ich zeige heute beim MeMadeMittwoch einen französischen Schnitt – Aime comme Manufacture von Aime comme Marie -, der mich allerdings nicht hundertprozentig überzeugt. Es handelt sich um einen Blusenschnitt, der mich zunächst wegen der asymmetrischen Front angesprochen hat. Vor allem wenn man sie mit Reißverschluss näht, erinnert die Manufacture-Bluse dadurch etwas an eine Bikerjacke.

Mein Stoff ist eine Kombination aus schwarzem Wollmischtuch aus meinem Lager und schwarz-creme-kariertem Wollstoff, der früher mal eine Hose war (ein Erbstück, das niemandem passte – aber den Stoff mochte ich gerne. Also habe ich die Hose auseinandergenommen und weiterverarbeitet). Die vielen mutigen Karo-Experimente beim Vivienne-Westwood-Sewalong haben mich übrigens dazu gebracht, das Karomuster teilweise diagonal auszurichten.

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Detail des Vorderteils – die asymmetrische Ausschnittlösung mit der umgeklappten Ecke finde ich gut

Durch den Wollstoff wirkt die Bluse mehr wie eine Jacke; ich habe sie bisher auch als Jacke über einem Shirt getragen. Das funktioniert zu schmalen Hosen gut.

Pluspunkte meiner Manufacture sind der schöne Wollstoff und die asymmetrsiche Front (bei mir mit zwei Knöpfen geschlossen). Für den Schnitt spricht grundsätzlich, dass er wirklich leicht und schnell umzusetzen ist und auch Anfänger und Ungeduldige damit ein ungewöhnliches Stück nähen können.

Als Minuspunkt des Schnittes sehe ich vor allem das formlose Rückenteil. Ich würde beim nächsten Mal unbedingt Taillenabnäher einbauen. Jetzt im Nachinein verzichte ich darauf, weil das die diagonale Teilung an meinem Rückenteil zerstören würde. Auch dem Vorderteil würden ein paar formende Abnäher nicht schaden. Ich gehöre eben zu den Anhängerinnen taillierter Oberteile. Wer gerne kastige Oberteile trägt, ist mit der angebotenen Variante sicher gut bedient.

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Durch den Wollstoff wirkt die Bluse mehr wie eine Jacke; ich habe sie bisher auch als Jacke über einem Shirt getragen. Das funktioniert zu schmalen Hosen gut.

Ob ich den Schnitt nochmal nähe? Vielleicht schon, aber nur mit den beschriebenen Änderungen. Eine Variante, die einen verspielten Stoff mit einem (Metall)reißverschluss bricht, kann ich mir als Bluse immer noch gut vorstellen.

Manufacture in Kürze

Stoff: Wollstoffe aus Recycling und aus dem Vorrat
Schnitt: Aime comme Manufacture von Aime comme Marie (Anleitung auf französisch, aber auch ohne viele Sprachkenntnisse dank Illustrationen wirklich einfach zu nähen)
Größe: M
Probleme: keine mit dem Schnitt – nur mit der Silhouette

 

 

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Bluse zwei, großes Bedauern und ein phonetisches Bedürfnis

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Meine Bluse Nummer zwei und ich: Wir sind zufrieden miteinander

Ganz zappelig war ich in den letzten Tagen. Überall starten Aktionen und Sew-Alongs und ich habe überhaupt keine Zeit. Mit Herzschmerz habe ich den Start des coolen Westwood-Sewalongs vorbeiziehen lassen, mit noch mehr Bedauern den des Wintermantel-Sewalongs. Denn so ein warmes Jäckchen, das wäre schon schön… aber. ABER! Ich habe mir fest vorgenommen, den Herbst möglichst stressfrei zu verbringen. Das heißt: so wenig Termine wie möglich. Auch keine Sewalong-Termine. Also schaue ich bedauernd zu beim kollektiven Mantelnähen. Ob ich mich vielleicht doch noch einklinken soll? Wäre soo schön – …aber.

Als Sprach-Lehrerin muss ich übrigens an dieser Stelle mal einfügen – bitte als tiefes Bedürfnis und nicht als nervige Krittelei verstehen: Liebe Nähnerd-Gemeinde. To sew, engl. nähen,  spricht sich nicht „suh“ sondern „sou“. Hier kann man sich das anhören.

Zurück zum Kern, dem Nähen. In den Sommerferien hatte ich wunderbare Muße und habe meiner experimentellen Bluse, die ich letzte Woche gezeigt habe, gleich eine zweite folgen lassen. Wieder mit Falten in der Taille – und diesmal mit Reißverschluss zum leichteren An- und Ausziehen.

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Die Manschetten aus der Nähe (sie knöpfen sich falsch herum, was außer mir und euch aber keiner merkt)

Die breiten Manschetten habe ich bei Bluse Nummer zwei nicht weggelassen – ich finde, der modernere Stoff verträgt dieses etwas altmodische Element. Passend zum Muster habe ich statt des Tropfenausschnitts einen Schlitz gearbeitet.

Die Bluse besteht aus Liberty Tana Lawn von Cousette – das ist ein ganz tolles Material. Wundervoll glatt und weich, mit schönem Fall, leuchtenden Farben und viel zarter als Popeline, dabei aus reiner Baumwolle. Ich mag das grafische Muster mit allen meinen Lieblingsfarben. Es erinnert mich an moderne Kirchenfenster (und ich kann wahrlich nicht verstehen, wieso es als „Stoff für Jungs“ ausgewiesen ist).

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Bluse zwei in Kürze:
Schnitt: selbst erstellt
Stoff: Liberty Tana Lawn über Cousette
Kommentar: Sitzt prima, ist bequem – ich fühle mich weiblich und schick

Viele andere schicke Frauen zeigen heute selbstgemachte Kleidung und Ergebnisse von Style- und Sewalongs – natürlich wie immer beim MeMadeMittwoch. Allen voran Karin, die ein tolles Wickelkleid zeigt – das könnte schon fast ein neues Nähbedürfnis wecken…

 

 

 

Blusen-Experiment geglückt

mit bluse fertig
Meine neue Bluse und ich genießen die Herbstsonne

Ganz frühherbstlich bin ich heute am MeMadeMittwoch unterwegs – meine neue Bluse ist nicht nur herbstfarbig, sondern in Kombination mit einer Jacke auch für alle Sonnenschein-bis-Regenschauer-Herbstwetter geeignet.

Der Schnitt für die Bluse ist selbst gemacht – darauf bin ich besonders stolz. Wie ich vorgegangen bin, habe ich kürzlich hier erklärt. Die Bluse hat vorne und hinten im Taillenbereich je vier Falten, die oben und unten aufspringen, ziemlich weite, oben leicht angekräuselte Ärmel und einen Tropfenausschnitt.

Ursprünglich hatte ich breite Manschetten mit Schlingenverschluss geplant und auch zugeschnitten, aber die kamen mir bei diesem Stoff dann doch zu tantig vor. Mit den offenen Ärmeln wirkt die Bluse moderner. Einziger Nachteil: Ich habe keinen Reißverschluss vorgesehen und muss mich deswegen beim An- und Ausziehen etwas schlängeln. Geht aber.

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Alter Knopf an neuer Bluse

Den Tropfenausschnitt habe ich mit einem alten, schon angestoßenen Knopf aus der Erbmasse meiner Urgroßtante geschlossen (die eine echte Schneidermeisterin bei einer deutschen Prinzessin war). Ich finde, der alte und altmodische Knopf passt gut zum ebenso altmodischen Muster der Bluse.

Der Stoff ist ein billiger Polyester, der sehr schön fließt und nur ganz selten ein bisschen elektrisch wird. Mich stört das bisher nicht – für ein experimentelles (Probe)teil wie dieses wollte ich kein edleres Gewebe anschneiden. Aber als sich abgezeichnet hat, dass die Bluse gut wird, habe ich gleich eine zweite aus wunderbarem Liberty Tana Lawn nachgeschoben (diesmal mit RV in der Seitennaht) – die zeige ich demnächst auch mal.

Mein Nähplan für den Herbst - bisher existiert leider nur die Bluse
Mein Nähplan für den Herbst – bisher existiert leider nur die Bluse

Ich mag an dem Stoff, dass so viele „meiner“ Farben vorkommen – dunkelrot und türkis vor allem – und dass er sich wunderbar mit meiner Lieblingsfarbe dunkelblau kombinieren lässt. Auch zu den anderen geplanten Teilen meiner kleinen Herbstkollektion soll sich die Bluse gut machen – mal sehen, wie weit ich mit dem Nähen überhaupt komme.

 

mit jacke fertig
Die dunkelblaue Jacke passt (fast) zu allem – ein echtes Universal-Kleidungsstück

Fast universell tragbar ist die dunkelblaue Jersey-Jacke mit Schößchen, die ich heute morgen auch noch übergeworfen habe. Der Burda-Schnitt (Burda Style 5/2015) ist eigentlich für Webstoff ausgelegt, ließ sich aber auch aus Jersey wunderbar nähen. Ich mag die Schnittführung, die die Taille betont und die schönen Kugelknöpfe. Ein Lieblingsstück, dass ich derzeit viel trage, weil es viele Shirts und Blusen herbstlich ergänzt.

jacke rundherum
Die Jacke hat ein Schößchen und eine schöne Schnittführung. Seht ihr die drei Nähte, die sich an der Taille im Rücken treffen?

Schnitt-Konstruktion: Die erste Bluse

Endlich Ferien – Zeit für Neues. Schon eine Weile will ich mich in Sachen Schnitttechnik weiterentwickeln. Denn ich denke immer häufiger, wenn ich neue Schnittmuster sehe: Das ist ja nur ein xy-Grundschnitt mit diesem oder jenem Detail. Muss ich dafür einen neuen Schnitt kaufen? Ich habe beschlossen, statt dessen auf Weiterbildung und Selbststudium zu setzen.

Zu Ferienbeginn habe ich erstmal die lokale Bücherei durchforstet und einige Bücher über Modedesign entdeckt. Darin finden sich ausführliche Listen über denkbare Ausschnittformen, Ärmel, Verschlüsse, Varianten von Hosen, Röcken, Mänteln – aus all diesen Versatzstücken kann man sich die tollsten Kleidungsstücke zusammenpuzzeln. Sogar das Skizzieren der Modelle wird erklärt. Das alles ist recht inspirierend. Nur der Schritt von all den Ideen zum Schnitt, der fehlt.

So viele Möglichkeiten in zwei Büchern
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Studieren kommt vor dem Konstruieren: Erst habe ich nochmal alle erreichbaren Bücher gewälzt

Also habe ich nach einigen Tagen des Zögerns in die gesammelte Weisheit von Guido Hofenbitzer investiert. „Schnittkonstruktion für Damenmode. Grundlagen“ und „Maßschnitte und Passform“ heißen die beiden Bände – Standardwerke der Nähkunst und für die meisten Nähnerds sicher altbekannt. Ich bin fasziniert von all dem Wissen und all den Möglichkeiten, die in diesen Büchern stecken. Hofenbitzer zeigt, wie man einen Grundschnitt erstellt und davon ausgehend alle möglichen Schnitte entwirft – inklusive zahlreicher Details und Varianten, zum Beispiel für Abnäher, Ärmelformen, Kragen.

Ich will das Vorgehen als erstes an einer Bluse testen, dem ersten Teil meiner geplanten kleinen Herbstkollektion. Aber weil bisher noch niemand Lust und Zeit hatte, mich für die Erstellung eines Grundschnitts gründlich zu vermessen, musste ich gleich zu Beginn eine Abkürzung einschlagen.

Testobjekt Bluse
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Ich habe den Ausschnitt etwas vergrößert und mit einem großen Teller eine wunderbare Rundung angezeichnet

Das Ziel: Eine Bluse mit vier Falten vorne und vier hinten im Taillenbereich, die nach oben und unten aufspringen (ähnlich wie das Modell Simplicity 7708, das das Beswingte Fräulein kürzlich gezeigt hat). Ein runder Tropfenausschnitt mit Knopf und Schlinge. Lange Ärmel mit breiten Manschetten, ebenfalls mit Schlingenverschluss.

Als Grundschnitt habe ich den schon öfter verwendeten vereinfachten Indécise-Schnitt benutzt.

1. Vorderteil und Rückenteil: Nach der Anleitung bei Hofenbitzer habe ich den Grundschnitt aufgeschnitten und zwei Falten mit je 1 cm Tiefe (also je 2 cm Mehrweite) eingebaut. Das Rückenteil habe ich genauso verändert.

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Ich habe den Grundschnitt quer an Taille und Brust auseinandergeschnitten und längs an den beiden Stellen, wo die Falten entstehen sollen
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Dann habe ich die Falten an der Taille um jeweils 2 cm aufgeschoben. Bis zur Saumkante habe ich die Mehrweite auf 1 cm reduziert, damit die Bluse an der Hüfte locker sitzt. Der Brustabnäher legt sich beim Verschieben von selbst zu. Dafür klafft es an der Seite in Taillenhöhe. Dadurch wird die Seitennaht insgesamt zu lang
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Die entstandene Überlänge habe ich an der seitlichen Saumkante hochgefaltet, so dass die Seite ihre ursprüngliche Länge wiederhat
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Dann habe ich die neue Form umrandet, die Saumkante schön abgerundet und die künftigen Falten eingezeichnet

 

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Der Ärmel wird ebenfalls aufgeschnitten und nach unten verbreitert – und außerdem leicht verlängert

2. Ärmel: Die Ärmel habe ich zunächst um die Breite der Manschette gekürzt (10 cm). Sie sollen an der Manschette bauschig fallen. Daher habe ich sie an drei Stellen aufgeschnitten und an der Unterkante je 3 cm Mehrweite zugegeben. Die Unterkante habe ich abgerundet und dabei um 1,5 cm verlängert, das soll laut Hofenbitzer für einen schönen Bauscheffekt sorgen.

schnitt manschette
Das wird die Manschette. Den ursprünglich konstruierten Schnitt habe ich an der Oberkante durch Einschneiden und Auseinanderschieben weiter gemacht und schließlich die neue Form unrandet.

Die Manschette habe ich ebenfalls nach Hofenbitzer konstruiert. Weil sie so breit ist (und mein Arm 10 cm über dem Handgelenk einen deutlich größeren Umfang hat als am Gelenk), habe ich sie nach oben hin durch Einschneiden und Auseinanderschieben weiter gemacht.

Der Schnitt ist damit fertig – jetzt gehts ans Nähen. Bereit liegt dafür ein Paisley-Stoff unbekannter Zusammensetzung in schönen Herbsttönen, recht leicht und wunderbar fließend. Die Manschette werde ich definitiv zuerst mal aus einem alten Bettlaken nähen, als Test. Ich bin sehr gespannt.

Weil wir derzeit ein Bad (in Eigenleistung) renovieren, kann das Nähen allerdings ein Weilchen dauern. Auf jeden Fall: Fortsetzung folgt.

stoffüberblick
Aus dem Stofflager schon  für meine Herbstkollektion bereitgelegt – von links: selbstüberfärbter Chambray für eine Culotte, zwei Jerseys, der Paisley-Stoff für die Bluse, ein Crepe für einen roten Hollyburn (viel weinroter als auf dem Foto) und ein Netzstoff, der farblich schön zu allem passt und mich ansonsten ratlos macht. Was tut man mit Netz?

Variationen um blaugraue Löcher

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Löcherbluse zu dunkelblauer Kaufhose – ein Look so blaugrau wie der wenig sommerliche Himmel

Wieso haben deine Kleider alle Namen?, fragte eine Kollegin letzte Woche, nachdem sie meinen Blog inspiziert hatte. Weil ich zu Selbstgenähtem ein persönliches Verhältnis habe – und dann bekommt die Bluse ebenso einen Namen wie der Hamster oder das Bücherregal (das bei der Mehrzahl der Menschen wahrscheinlich Billy oder Ivar heißt).

Alors je vous présente: die Löcherbluse. Keine besonders phantasievolle Namensschöpfung. Aber trotz ihres löchrigen Wesens ist die Bluse ja auch eher ein nüchterner Charakter. Seriös, aber trotzdem kein Miesepeter. Den Stoff – löchrigen Baumwollchambray in undefinierbarem blaugrau – habe ich im Rahmen des Spring Style Along von Sandra – Frau Sonnenburg – geerbt.

Wegen der Löcher habe ich einen Schnitt gesucht, der möglichst wenig Abnäher hat, aber trotzdem tailliert und nicht zu sackig fällt. Entschieden habe ich mich für eine vereinfachte Version von l’Indécise (Mlm Patrons). Das Rückenteil ist ohne Passe in einem Stück zugeschnitten, am Vorderteil gibt es lediglich zwei Brustabnäher. Die Säume sind zweimal schmal umgeschlagen.

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Selbstgemachtes Blumenschrägband am inneren Halsausschnitt. Zum Glück blitzt es kaum nach außen durch

Nur den Halsausschnitt habe ich mit Schrägband versäubert – ich hätte nicht gewusst, wie ich das angesichts all der Löcher andes machen soll. Schrägband in der komischen Farbe gab es natürlich nirgendwo, also habe ich in meiner Verzweiflung passenden Musterstoff besorgt (uni gab es auch nicht…) und selbst welches gemacht. Ich hatte Sorge, die Blümchen würden am Ausschnitt stark durchblitzen, aber man merkt es kaum von außen. Und von innen finde ich es hübsch und ordentlich.

Die Bluse ist nicht gefüttert (davon hat meine Nählehrerin vehement abgeraten), also trage ich zu seriösen Anlässen ein Top drunter. Für die Kombinationen habe ich meinen Sommerkleiderschrank durchgeschaut und bin dabei auf einige Möglichkeiten gestoßen. Recht deutlich wird dabei mein universelles Prinzip: „Im Zweifelsfalle dunkelblau“ (ist das schon Stil, Alexandra von MamaMachtSachen?).

Die dunkelblaue Hose (siehe oben) ist gekauft und deswegen steht der Bund in meinem Hohlkreuz schrecklich ab. Ich müsste ihn mal abtrennen (aber ich hasse solche Änderungsschneidereien). Zur Hose gefällt mir die Bluse gut – sie wirkt dann nicht so niedlich.

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Bluse mit Hollyburn-Rock. Soll ich sie reinstopfen (sehr ungewohnt) oder wie immer drüber tragen?

Etwas niedlicher – oder schon zu niedlich? – sieht die Löcherbluse mit meinem Hollyburn-Rock  aus. Normalerweise trage ich Oberteile immer über Rock oder Hose. Wäre dies nun ein Fall fürs In-den-Bund-Stecken? Ich habe beide Optionen fotodokumentiert und frage ins weite Web: Was meint ihr: rein oder raus  mit der Bluse?

 

 

 

normal in anemoneAuch zur Jupe Anemone passt die Löcherbluse. Der Kontrast ist etwas geringer, weil der Rock auch eine merkwürdig blaugraue Farbe hat. Dafür war ich nach all der Umzieherei schon ziemlich abgebrüht und habe meiner Fotografin jede Verrenkung geschenkt, die sie sich gewünscht hat. Normalerweise finde ich das Fotografiert-Werden ziemlich schwierig. Wohin mit den Armen, wie die Füße stellen – ich komme mir oft doof dabei vor.

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Bei der dritten Outfit-Variation gehen bei Fotografin und Fotografierter (fast) alle Hemmungen verloren. Der Rock Anemone von Deer und Doe macht aber auch jeden Unsinn mit

Umso lieber schaue ich dann, wie und in was sich die anderen nähenden Damen am MeMadeMittwoch fotografiert haben…

Zusammenfassung zur Löcherbluse:
Stoff:
auf einem fernen Stoffmarkt von Frau Sonnenburg entdeckt: blaugrauer Loch-Chambray
Schnitt: l’Indécise (Mlm Patrons) in Gr. M
Veränderungen: Verzicht auf die Rückenpasse
Tragegefühl: angenehm locker, aber nicht zu weit
Nochmal nähen? Der Stoff hat mich kürzlich in einen Nähflow gestürzt, ein Rock daraus ist halbfertig, ein Shirt aus Resten wird gerne getragen. Indécise entwickelt sich zu meinem Universalschnitt für möglichst schlichte, abnähersparsame Oberteile und hat Sewaholics Alma Blouse abgelöst (ähnlicher Sitz, aber mehr Abnäher und immer ein bisschen zu voluminöse Ärmel).

 

Manchmal mit Plan: die Bilanz des Spring Style Along

drei mal culotte
Neu genäht für den Style Along: die Culotte. Ich finde immer mehr Tragevarianten – am liebsten eher sportlich

Eine Bestandsaufnahme machen, Kleiderschranklücken entdecken und auffüllen, Outfits und Kombinationen aus Neuem und Altem entwickeln – und all das möglichst in einem bestimmten Stil. Das war der – ehrgeizige – Plan für den Spring Style Along, den Alexandra (MamaMachtSachen) und Antonia (MarjaKatz) dankenswerterweise organisiert haben. Heute ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Zuerst ein kurzer Rückblick auf die Theorie meines Plans:
Stilprinzip: kombinationsfreudig, entspannt und ein bisschen besonders
Farben: Marine als Basisfarbe, alle Blautöne, Türkis und vielleicht ein bisschen Rot-Pink dazu.

unterteile
Die Culotte ist Schnitt 126 aus Burda Style 3/2015 (aber ohne Bundfalten), der Rock Anemone stammt von Deer and Doe. Die Marlene ist ein Burda-Modell (8087)

Basics sind neben Jeans in meinem Kleiderschrank der (jeansblaue) Rock Anemone und, weil für den SpringStyleAlong endlich gekürzt, meine marinefarbene Marlenehose. Nicht ganz so basic aber super bequem und schick ist die frischgenähte royalblaue Culotte. Weil die Farbe schwierig zu kombinieren ist, habe ich ihr (und mir) zwei Ringelshirts gekauft, die Madame la Culotte wunderbar ergänzen. Nach den ersten Tragetests habe ich begeistert beschlossen, dasselbe Modell nochmal in dunkelblau zu nähen.

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Ein schlichter Rock in A-Form ( Simplicity 2/2013, Modell 29). Einmal fertig aus Waxprint, einmal in Arbeit aus Löcherstoff, gefüttert mit Baumwollbatist

Außerdem ist – ziemlich ungeplant – ein Rock in A-Form aus Waxprint entstanden und ein weiterer nach demselben Schnitt ist in Arbeit. Diesmal aus taubenblauem Loch-Chambray, den mir Frau Sonnenburg netterweise überlassen hat. Darunter lege ich wegen all der Löcher Baumwoll-Batist in dunkelblau.

jacke vorne hinten
Die Strickjacke ist eigentlich ein Blazer ( Burda Style 5/2015). Ich mag das Schößchen und die schöne Schnittführung im Rücken

Fast fertig ist eine dunkelblaue Jersey-„Strick“-Jacke mit Schößchen, die zu allen Unterteilen (und Oberteilen) prima passt. Ich muss nur noch Knopflöcher machen. So lange nehme ich  für kühle Frühlings- und Sommertage den dunkelblauen Alabama-Chanin-Poncho.

 

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Die Eiffelturmbluse heißt Girly Touch und stammt aus Ottobre 5/2013. Die Bluse aus Herrenhaus-Liberty ist Modell 22 aus Fashion Style 2/2015. Die Löcherbluse und das Shirt habe ich nach dem Schnitt Indécise (Mlm Patrons) genäht (das Foto vom Shirt zeigt die Hinteransicht – vorne ist es ganz schlicht).
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Detail vom Herrenhaus: Wer hat schon Downton Abbey auf der Bluse?

Bei den Oberteilen hat in der letzten Woche der Sonnenburgsche Loch-Chambray dominiert. Die zugeschnittene Bluse (Indécise von Mlm Patrons, aber ohne Rückenpasse und Knopfleiste) wartet noch auf Seitennähte und vor allem auf passendes Schrägband, um die Kanten einzufassen. Aus einem Rest habe ich, um die Wartezeit zu überbrücken, kombiniert mit passendem Jersey aus dem Stofflager ein Shirt genäht (wieder Indécise, ohne Knopfleiste, mit vergrößterter Rückenpasse und, weil es kein Jersey-Schnitt ist, ohne Nahtzugabe zugeschnitten). Ich habe Indécise mit meinem bisherigen Shirt-Standard-Schnitt Renfrew (Sewaholic) verglichen und wegen der stärkeren Taillierung lieber den französischen Schnitt benutzt. Das Ergebnis gibt mir recht – das Shirt mag ich sehr.
Aus dem Liberty-Herrenhaus-Stoff habe ich eine schnelle Bluse genäht, die zwar relativ weit fällt, sich aber sehr angenehm trägt. Ich mag das Muster und die beiden Falten am Ausschnitt (Schnitt: Fashion Style 2/2015, Modell 22, in der Taille deutlich schmaler gemacht).

Die Eiffelturmbluse ist fertig und auch schon getragen – ich bin sehr glücklich mit meinem Werk, auch wenn es jetzt wohl erst mal Sommerpause hat.

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Fischgrat-Chambray und Simplicity 7712 ergeben dieses Kleid. Am Rocksaum fehlt noch das Schrägband. Die dunkelblauen Kanten geben dem Kleid Struktur

Außerdem ist aus blauem Fischgrat-Chambray ein Kleid nach Simplicity 7712 entstanden (weiter Rock, Prinzessnähte, Raglanärmel, hübsch abgerundete Armabschlüsse – wirklich nett!). Hier fehlt nur noch das dunkelblaue Schrägband am Rocksaum, das derzeit im Saarland einfach nicht zu bekommen ist (ich lebe in einem Kurzwaren-Entwicklungsland!). Ich muss wohl im Internet bestellen und die Fertigstellung des Kleides auf kommendes Wochenende verschieben.

Entgegen dem SpringStyle-Plan noch nicht verarbeitet habe ich den taupe-gepunkteten Jersey und die Liberty-Teetassen. Da schwanke ich immer noch zwischen Bluse und Kleid.

Zusammengefasst: Ich habe richtig viel genäht und dunkelblau ist, wie immer, ein Leitmotiv. Obwohl ich nicht sehr vehement versucht habe, meine Näh-Prinizpien umzusetzen, ist einiges an Entspanntem (Kleid, Culotte) und ein bisschen Besonderem (Herrenhaus-Bluse, Eiffelturm-Bluse, Waxprint-Rock, Lochstoff-Stücke, Jacke) entstanden. Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Output.

Nach Plan zu nähen hatte ich im Laufe des SpringStyle Alongs nicht immer Lust – sicher ein Grund, warum so viele ungeplante Dinge entstanden sind. Immer wieder finde ich irgendwo Stoffe oder Schnitte, die spontane Sofort-Näh-Bedürfnisse hervorrufen (wie der Waxprint oder der Frau Sonnenburg-Löcherstoff oder der interessante Jackenschnitt). Da hat ein vernünftiger Plan dann keine Chance. Der hat mir aber dabei geholfen, ein besseres Gleichgewicht zwischen den besonderen Dingen und schönen Basics herzustellen. Und ich habe mir vorgenommen, zwischen den genussvollen Spontan-Nähereien den Basics in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Was gar nicht so einfach ist.

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Spontankäufe: ein ganz zarter Kaffe Fassett-Stoff in Rottönen und ein anonymes wildes Muster auf Popeline. Vielleicht eine rote Bluse und ein buntes, ärmelloses Sommerkleid?

Gestern morgen war ich allerdings im (meiner Meinung nach) schönsten saarländischen Stoffladen zu Besuch (Ischilly in Wadern – 50 Kilometer Anfahrt, die es wert sind). Eigentlich nur, um passendes Schrägband bzw. Schrägbandstoff für die Löcherbluse zu besorgen. Ein heftiger Flash hat mir dort zwei bunte wildgemusterte Stücke eingebracht. So weich, so tolle Farben – die mussten mit. Aber vorher – nach Plan und ganz basic – gibts die marineblaue Culotte.

 

Der Nähplan

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Die Dame mit dem blauen Haar gehört nicht zum Spring Style. Sie war einfach da. Die Bluse heißt Indecise (Schnitt: Mlm Patrons)

Kleiderschrank-Inventur, Inspirationen und Nähpläne stehen heute auf dem Plan beim Spring Style-Along von Alexandra (MamaMachtSachen) und Antonia (MarjaKatz). Das ist richtig schwierig, denn ich bin derzeit etwas überwältigt von all den vielen Möglichkeiten, die in meinen gerade erst aufgestellten Prinzipien „einfach zu kombinieren, entspannt, überraschend“ stecken. Was tun? Prinzipien abschaffen? Job kündigen und nur noch nähen? Nur noch schwarz tragen? Alles keine Lösung.

 

 

COLOURlovers.com-AkzentfarbenAlso reiße ich mich am Riemen und sammele den Kernbestand meines Kleiderschranks für Frühlingstemperaturen. Einfach zu kombinieren sind meine Unterteile, fast durchgängig dunkelblau. Das passt wunderbar ins geplante Farbschema mit den rot-türkis-blauen Akzentfarben.

Im Schrank hängen zwei Lieblingsjeans, eine dunkel, eine etwas heller – die gehen immer – und der Rock Anemone in blau gestreift, auf den ich viele Hoffnungen setze.

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Der Rock Anemone ist ok, die Culotte auch, aber zu warm. Und Marlene ist zu lang.

Und dann gibt es noch die zwei Problemfälle: Die schwarze Culotte, die ich sehr gerne mag, hat mir letzte Woche klargemacht, dass sie und ihr Wollstoff nur für allerkühlste Frühlingstage geeignet sind – also muss ich sie bald zu den Herbstsachen ins Abseits hängen. Leider nichts für den Frühlings-Style-Along. Die marineblaue Marlenehose habe ich selbst genäht und bin eigentlich auch sehr zufrieden. Sie ist schlicht, aber durch die Weite schon etwas speziell. Leider ist sie ziemlich (zu?) lang – das heißt: in ihrem jetzigen Zustand nur mit ganz hohen Absätzen tragbar und nicht alltagstauglich. Soll ich also die Hosenbeine kürzen? Sie haben einen Umschlag! Sind von Hand angenäht! Das wäre eine mühsame Arbeit, auf die ich gar keine Lust habe. Aber die die Tragefrequenz von Marlene würde sich sicher sehr erhöhen …

Mein derzeitiger Spring-Style-Unterteil-Nähplan sieht eine 3/4-lange Culotte nach einem Burda-Schnitt vor, dem ich im Nähkurs die Bundfalten austreiben möchte (ich hasse Bundfalten). Material: ein royalblauer Popeline, den ich beim Roten Faden bestellt habe. Das Paket ist noch nicht da – ich hoffe, der Plan geht auf. Alternativ habe ich noch dünnen mittelblauen Zickzack-Jeans auf Lager, den ich dunkelpetrol einfärben könnte.

Eiffelturmbluse - bald ist sie fertig
Eiffelturmbluse – bald ist sie fertig

Schwierig sieht’s bei den Oberteilen aus.  Neben langweiligen Langarmshirts (gekauft) wäre da meine kürzlich genähte Indecise-Bluse in Rot-Türkis, die ihr oben neben der blauhaarigen Nana seht (hier mehr darüber). Bald ist auch die Eiffelturm-Hemdbluse fertig, von der ich letzte Woche berichtet habe. Ich hoffe auf kühle Maitage, um sie ausführen zu können. Mit kurzen Ärmeln sind ebenfalls ein paar uni Kaufshirts im Schrank, wunderbar, wenn der Morgen stressig ist und ich nicht über Kleider nachdenken möchte.

Schnitt: Alma von Sewaholic
Schnitt: Alma von Sewaholic

Außerdem wartet auf schönes Wetter diese Bluse (Alma von Sewaholic und Stoff von Ikea), eigentlich nur ein Probestück, aber ich trage sie gerne.

Leider werde ich mit den selbstgemachten Kleidungsstücken immer anspruchsvoller – einiges, was ich letztes Jahr noch gerne getragen habe, möchte ich nun am liebsten in die Patchwork-Kiste werfen. Die zweite Alma-Bluse zum Beispiel. Sie gefällt mir zwar wirklich gut, aber der Punktestoff ist so steif, dass die Bluse nicht schön fällt. Ich trage sie bisher trotzdem, aber wohl nicht mehr lange…

Zwei Problemfälle: das Knotenshirt ist zu groß, die Bluse aus zu festem Stoff. Schade.
Zwei Problemfälle: das Knotenshirt ist zu groß, die Bluse aus zu festem Stoff. Schade.

Das Knotenshirt (aus einer älteren MeineNähmode) ist wohl einfach eine Nummer zu groß geraten. Was meint ihr? So viel Stoff rund um die Brust kann doch nicht richtig sein. Da passe ich doppelt rein. Vielleicht versuche ich, das Shirt im Trockner zu schrumpfen. Denn nur mit Seiten abnähen wäre es wohl nicht getan.

Also: Oberteile müssen her. Und neuer Stoff wird nicht gekauft. Denn ich habe heftig zugeschlagen beim Berlin-Urlaub in den Osterferien (der Vormittag am Maybach-Ufer war schuld).

Das ist also der aktualisierte Spring-Style-Oberteil-Plan:
eine Bluse mit kurzen Ärmeln und Tropfenausschnit aus dem Teetassen-Stoff (Alma oder Indecise),
ein letzter Versuch mit dem Nähmode-Knotenshirt aus türkisfarbenem Jersey (aus dem Lager),
noch ein Shirt aus dem neutral-gepunkteten Jersey (Stoff vom Maybach-Ufer und als Schnitt vielleicht Frau Liese, ich mag diese Pseudo-Wickel-Form).

Zwei relativ schlichte Jerseys und die Liberty-Teetassen gehören zu meinem Nähplan
Zwei relativ schlichte Jerseys und die Liberty-Teetassen gehören zu meinem Nähplan

Wahrscheinlich sind diese Nähpläne schon viel größer als mein Frühlings-Zeitbuget, aber wenn ich dazu komme, möchte ich doch zu gerne noch den Herrenhaus-Liberty verarbeiten, und, und, und. Und dann geht es schon wieder los mit der näherischen Überwältigung. Ob die anderen Spring-Style-Damen sich da besser im Zaum halten können als ich, seht ihr heute bei Marja Katz. Ich muss jetzt dringend nähen gehen, damit ich euch auch nächste Woche etwas zu berichten habe!

 

 

 

 

Französisch nähen: Mlm Patrons

L’Indecise mit gelungener Knopfleiste

Facile à coudre, facile à vivre – leicht zu nähen, leicht zu (er)leben – das ist das Motto der Schnittmusterfirma Mlm Patrons, die seit Januar 2014 die französische Schnittmusterszene bereichert. Die Schnitte von Marisa Goossens sind einfach, auch für Anfängerinnen geeignet, gut erklärt und dementsprechend beliebt bei französischen Bloggerinnen. „Zeitlose Schnitte für die Alltagsgarderobe“, so beschreibt Goossens ihre Entwürfe. Die 30-Jährige ist Autodidaktin und hat, wie so viele Nähbloggerinnen, zuerst für ihre Kinder genäht, bevor sie anfing, auch für sich zu schneidern und dann auch Schnittmuster zu entwickeln.

Schwerpunkt von Mlm Patrons liegt auf Oberteilschnitten, aber einen Minirock, zwei Kleider und eine Jacke gibt es auch. Ich habe meine ersten Mlm-Experimente mit zwei Blusen gemacht. Die meisten Schnitte gibt es auf schönem, stabilen Papier für 13 Euro oder als PDF für 5 Euro (und immer sind sie übersichtlich und als Mehrgrößenschnitte ausgelegt).

Indécise
L’Indécise von MLM Patrons Bild: Marisa Goossens/MLM

L’Indécise ist eine leicht taillierte Bluse mit Rückenpasse, Knopfleiste, abgerundetem Kragen und Manschetten. Sie wird häufig in französischen Nähblogs präsentiert.

Meine Version kommt ohne Kragen und Manschetten aus, dafür habe ich die Kanten mit selbstgemachtem Schrägband versäubert und an der Rückenpasse selbstgemachte Paspel angebracht.

Super fand ich die Anleitung für die Knopfleiste – denn die war eine echte Premiere für mich: Dank der bebilderten Erklärung war das Nähen aber ganz unproblematisch. Ein Erfolgserlebnis in der Kategorie „ich will mich näherisch weiter entwickeln“.

Ob ich mit dem fertigen Teil glücklich bin, weiß ich trotzdem nicht. Das Muster und die Farben kommen mir nun, da die Bluse fertig ist, so schreiend und unruhig vor (siehe oben). Dabei mag ich den Stoff eigentlich gern. Was meint ihr: fein – oder Fehlschlag? Die nächste Version ist auf jeden Fall schon geplant.

zwei in einsklein
La Classique als Upcycling-Projekt und mit Kellerfalte

ClassiqueGanz simpel aber irgendwie charmant ist La Classique, eine relativ weit geschnittene Bluse, deren einzige Besonderheit in den drei kleinen Falten am Ausschnitt bestehen. Die habe ich in meiner Testversion durch eine Kellerfalte ersetzt. La Classique ist supereinfach zu nähen – ein tolles Anfängerprojekt. Und obwohl ich dachte „das ist mir zu simpel (und zu weit)“ trage ich meine Recycling-Classique aus drei ausrangierten Herrenhemden wirklich gerne, aber vor allem zuhause.

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Dieses schöne Exemplar von La Joueuse zeigt Marisa Goossens, die Frau hinter MLM, auf ihrer Website. Bild: Marisa Goossens/MLM

Auf meiner To-Sew-Liste steht auf jeden Fall La Joueuse. Ein tailliertes Top aus Webware mit V-Ausschnitt, das aus zwei Lagen besteht. Die untere spitzt am Saum deutlich hervor. Ich stelle mir Baumwoll-Batist in blau und türkis vor – das wird sicher eine schöne Hochsommerbluse.

Wie viele französische Indie-Schnittmusterfirmen hat auch Mlm übrigens einen Fan-Blog auf dem man sich viele verschiedenen Varianten der Modelle anschauen kann. Das ist nicht nur inspirierend, sondern man findet beim Surfen auch immer wieder neue schöne Nähblogs.