Anemone macht froh

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Anemone – alltagstauglich

Heute ist MeMadeMittwoch und ich führe meine Jupe Anemone aus. Das Schnittmuster von Deer und Doe sitzt in der natürlichen Taille und besteht aus sechs Bahnen – dadurch lässt es sich den eigenen Kurven prima anpassen. Ich habe mich in der Taille milimeterweise an die ideale Passform herangenäht – da hatte zwar am Ende der Nahttrenner einiges zu tun, aber dafür sitzt der Rock jetzt super. Ich finde die hohe Taille ungemein gemütlich und der Rock fängt auch nicht an, im Laufe des Tages um mich herum zu wandern, wie es Röcke gerne tun, die auf der Hüfte sitzen.

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Bunter Bundbeleg – bequem und schön

 

 

 

 

 

Statt ihn zu füttern habe ich meiner Anemone einen Beleg verpasst. Das bringt ihm Innen-Farbe und ein bisschen mehr Stabilität im Bund – und bei mildem Wetter brauche ich auch kein Futter. Der Stoff ist ein feingestreifter Jeans – alltagstauglich, aber ein bisschen schicker. Das mag ich gern.

Überhaupt macht mich Anemone froh:

  1. Der Reißverschluss ist sowas von nahtverdeckt!

  2. Innen ist er schön bunt – und keiner außer mir weiß es!

  3. Der Saum ist unsichtbar handgenäht – c’est parfait!

Viele andere schöne, selbstgenähte Kleidung findet sich heute, wie jede Woche, beim MeMadeMittwoch. Und ich gehe jetzt nähen!

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Wunderbar unsichtbar: der Saum
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Reißverschluss – erfolreich unsichtbar eingenäht

 

 

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Der Nähplan

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Die Dame mit dem blauen Haar gehört nicht zum Spring Style. Sie war einfach da. Die Bluse heißt Indecise (Schnitt: Mlm Patrons)

Kleiderschrank-Inventur, Inspirationen und Nähpläne stehen heute auf dem Plan beim Spring Style-Along von Alexandra (MamaMachtSachen) und Antonia (MarjaKatz). Das ist richtig schwierig, denn ich bin derzeit etwas überwältigt von all den vielen Möglichkeiten, die in meinen gerade erst aufgestellten Prinzipien „einfach zu kombinieren, entspannt, überraschend“ stecken. Was tun? Prinzipien abschaffen? Job kündigen und nur noch nähen? Nur noch schwarz tragen? Alles keine Lösung.

 

 

COLOURlovers.com-AkzentfarbenAlso reiße ich mich am Riemen und sammele den Kernbestand meines Kleiderschranks für Frühlingstemperaturen. Einfach zu kombinieren sind meine Unterteile, fast durchgängig dunkelblau. Das passt wunderbar ins geplante Farbschema mit den rot-türkis-blauen Akzentfarben.

Im Schrank hängen zwei Lieblingsjeans, eine dunkel, eine etwas heller – die gehen immer – und der Rock Anemone in blau gestreift, auf den ich viele Hoffnungen setze.

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Der Rock Anemone ist ok, die Culotte auch, aber zu warm. Und Marlene ist zu lang.

Und dann gibt es noch die zwei Problemfälle: Die schwarze Culotte, die ich sehr gerne mag, hat mir letzte Woche klargemacht, dass sie und ihr Wollstoff nur für allerkühlste Frühlingstage geeignet sind – also muss ich sie bald zu den Herbstsachen ins Abseits hängen. Leider nichts für den Frühlings-Style-Along. Die marineblaue Marlenehose habe ich selbst genäht und bin eigentlich auch sehr zufrieden. Sie ist schlicht, aber durch die Weite schon etwas speziell. Leider ist sie ziemlich (zu?) lang – das heißt: in ihrem jetzigen Zustand nur mit ganz hohen Absätzen tragbar und nicht alltagstauglich. Soll ich also die Hosenbeine kürzen? Sie haben einen Umschlag! Sind von Hand angenäht! Das wäre eine mühsame Arbeit, auf die ich gar keine Lust habe. Aber die die Tragefrequenz von Marlene würde sich sicher sehr erhöhen …

Mein derzeitiger Spring-Style-Unterteil-Nähplan sieht eine 3/4-lange Culotte nach einem Burda-Schnitt vor, dem ich im Nähkurs die Bundfalten austreiben möchte (ich hasse Bundfalten). Material: ein royalblauer Popeline, den ich beim Roten Faden bestellt habe. Das Paket ist noch nicht da – ich hoffe, der Plan geht auf. Alternativ habe ich noch dünnen mittelblauen Zickzack-Jeans auf Lager, den ich dunkelpetrol einfärben könnte.

Eiffelturmbluse - bald ist sie fertig
Eiffelturmbluse – bald ist sie fertig

Schwierig sieht’s bei den Oberteilen aus.  Neben langweiligen Langarmshirts (gekauft) wäre da meine kürzlich genähte Indecise-Bluse in Rot-Türkis, die ihr oben neben der blauhaarigen Nana seht (hier mehr darüber). Bald ist auch die Eiffelturm-Hemdbluse fertig, von der ich letzte Woche berichtet habe. Ich hoffe auf kühle Maitage, um sie ausführen zu können. Mit kurzen Ärmeln sind ebenfalls ein paar uni Kaufshirts im Schrank, wunderbar, wenn der Morgen stressig ist und ich nicht über Kleider nachdenken möchte.

Schnitt: Alma von Sewaholic
Schnitt: Alma von Sewaholic

Außerdem wartet auf schönes Wetter diese Bluse (Alma von Sewaholic und Stoff von Ikea), eigentlich nur ein Probestück, aber ich trage sie gerne.

Leider werde ich mit den selbstgemachten Kleidungsstücken immer anspruchsvoller – einiges, was ich letztes Jahr noch gerne getragen habe, möchte ich nun am liebsten in die Patchwork-Kiste werfen. Die zweite Alma-Bluse zum Beispiel. Sie gefällt mir zwar wirklich gut, aber der Punktestoff ist so steif, dass die Bluse nicht schön fällt. Ich trage sie bisher trotzdem, aber wohl nicht mehr lange…

Zwei Problemfälle: das Knotenshirt ist zu groß, die Bluse aus zu festem Stoff. Schade.
Zwei Problemfälle: das Knotenshirt ist zu groß, die Bluse aus zu festem Stoff. Schade.

Das Knotenshirt (aus einer älteren MeineNähmode) ist wohl einfach eine Nummer zu groß geraten. Was meint ihr? So viel Stoff rund um die Brust kann doch nicht richtig sein. Da passe ich doppelt rein. Vielleicht versuche ich, das Shirt im Trockner zu schrumpfen. Denn nur mit Seiten abnähen wäre es wohl nicht getan.

Also: Oberteile müssen her. Und neuer Stoff wird nicht gekauft. Denn ich habe heftig zugeschlagen beim Berlin-Urlaub in den Osterferien (der Vormittag am Maybach-Ufer war schuld).

Das ist also der aktualisierte Spring-Style-Oberteil-Plan:
eine Bluse mit kurzen Ärmeln und Tropfenausschnit aus dem Teetassen-Stoff (Alma oder Indecise),
ein letzter Versuch mit dem Nähmode-Knotenshirt aus türkisfarbenem Jersey (aus dem Lager),
noch ein Shirt aus dem neutral-gepunkteten Jersey (Stoff vom Maybach-Ufer und als Schnitt vielleicht Frau Liese, ich mag diese Pseudo-Wickel-Form).

Zwei relativ schlichte Jerseys und die Liberty-Teetassen gehören zu meinem Nähplan
Zwei relativ schlichte Jerseys und die Liberty-Teetassen gehören zu meinem Nähplan

Wahrscheinlich sind diese Nähpläne schon viel größer als mein Frühlings-Zeitbuget, aber wenn ich dazu komme, möchte ich doch zu gerne noch den Herrenhaus-Liberty verarbeiten, und, und, und. Und dann geht es schon wieder los mit der näherischen Überwältigung. Ob die anderen Spring-Style-Damen sich da besser im Zaum halten können als ich, seht ihr heute bei Marja Katz. Ich muss jetzt dringend nähen gehen, damit ich euch auch nächste Woche etwas zu berichten habe!

 

 

 

 

Spring style – frisch und locker

Über Frühling und Stil wollen sich MamaMachtSachen und MarjaKatz mit uns austauschen – bei mir rennen sie offene Türen ein. Denn über Stil und meinen Kleiderschrank habe ich mir in letzter Zeit einige Gedanken gemacht. Schließlich will ich nicht Kleidung nähen, die mich später enttäuscht, weil sie mir nicht steht oder nicht zu mir passt. Und ich will nicht mehr (oder nur noch ganz selten) in die Schöne-Bunte-Muster-Jersey-Falle tappen, aus der ich dann verkleidet wie Pippi Langstrumpf wieder auftauche.

Angeregt von Colettes Wardrobe Architect habe ich deswegen versucht, meinen „Look“ zu beschreiben. So sollen meine Klamotten (und ich mit ihnen) aussehen: frisch, klar, entspannt, bequem und ein bisschen überraschend.

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Meine Akzentfarben für den Frühling

Außerdem habe ich Basis- und Akzentfarben für meinen Frühling festgelegt. Das sind allerdings keine Trendfarben, sondern die Farben, die ich sowieso im Frühling gerne trage. Ich bin da seit Jahren ziemlich konstant und wenig trendig. (Dunkel)blau, Weiß und Grau als Basis-Farben, dazu noch mehr Blau in allen Schattierungen, Türkis und Rot. Netterweise passen all diese Farben auch gut zusammen. Allerdings sehe ich das mit dem Farbschema eher als Hilfe denn als Regel und habe kein Problem, auch mal auszubrechen, wenn mich ein Stoff anlacht.

Mein Ziel ist es, auf dieser Grundlage eine Frühlingsgarderobe von Teilen zusammenzustellen, die gut zueinander passen und einfach zu kombinieren sind. Das wird dadurch erleichtert, dass ich bei der Arbeit oft Jeans trage – dann reicht ein besonderes Oberteil für das „Überraschende“ aus meinen Stil-Überlegungen.

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Meine Jupe Anemone aus gestreiftem Jeans
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Veste Michelle aus hellgrauem Jeans

Neben meinen Jeans soll mein neuer Rock Anemone nach dem Schnittmuster von Deer and Doe (super Passform – ich bin begeistert!) ein Basic sein. Fürs Obendrüber habe ich gerade den Blazer „Veste Michelle“ von République du chiffon fertiggestellt – aus hellgrauem Jeans (ganz preiswert in Paris gekauft) ist die Jacke nicht nur bequem und praktisch, sondern passt auch zu allem und sieht schön lässig aus. Michelle wird ein richtiges Lieblingsteil – das Schnittmuster und das französische Indie-Label RdC stelle ich euch demnächst mal ausführlich vor.

 

Liberty: blaue Teetassen
Liberty: blaue Teetassen
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Liberty: Englisches Landhaus mit Park – wundervoll!

 

 

 

 

 

 

Geplant sind für den Frühling ein neuer Hollyburn-Rock in rot und zwei Webware-Oberteile aus wunderschönen Liberty-Stoffen, die ich vor einer Weile billig bei Stragier bestellt habe. Ich habe gehörigen Respekt davor, die beiden anzuschneiden, denn der Stoff ist so schön glatt und das Muster so nett und die Farben so toll…

IMG_0452Außerdem habe ich gerade eine Hemdbluse aus Eiffelturmpopeline in Arbeit – ein absoluter Lieblingsstoff, den ich mit Netz und doppeltem Boden im Nähkurs verarbeite (minimiert das Risiko). Über die Stoffquelle, einen französischen Online-Shop, will ich euch demnächst berichten.

Ich hoffe, dass ich mit so viel Plan dann wirklich eine Frühjahrsgarderobe „aus einem Guss“ zusammenbekomme.

Was die anderen Damen sich für Frühlings-Stil-Gedanken machen, seht ihr hier.