Vernunft und Gefühl

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Wenn ich nähe, bin ich hin- und hergerissen zwischen Vernunft und Bauchgefühl. Leuchtend pinkfarbene Schlauchkleider und blaue Frisuren, wie unsere Nana sie trägt, liegen aber weit außerhalb meiner modischen Reichweite

Ich bin wie ein Seil, mit dem zwei Mannschaften tauziehen. Jede zieht in eine Richtung, so fest sie kann, und weil beide ungefähr gleich stark sind, ist der Wettkampf nie zuende. Ich hänge dazwischen fest. Beide Mannschaften füllen übrigens zahlreiche Nähblogs mit ihren Überlegungen. Die einen planen SWAPs (Sewing with a Plan), folgen dem Wardrobe Architect, durchdenken minimalistische Capsule Wardrobes, schneidern Wunschkleiderschränke, in denen alles zu allem passt und organisieren Style Alongs.

Die anderen nähen drauflos. Wilde Kreationen aus Waxprint, kunterbunte Blusen und Shirts aus diversen Kombistoffen, konsequente Retro-Garderoben, die in Berlin und Hamburg stylish wirken und in ländlichen Regionen zu Menschenaufläufen und Nachbarinnen-Herzinfarkten führen würden.

Mein Problem: Ich bin das Seil dazwischen. Ich sehe den Charme beider Mannschaften und ziehe mal auf der einen und mal auf der anderen Seite mit.

Eine Wortführerin der ersten Mannschaft war gerade wieder Sewing Galaxy, die dafür wirbt, die Kleider zu nähen, die zum eigenen Lebensstil passen und Nähpläne „auf Tauglichkeit“ zu prüfen. Das gilt sowohl für Schnitte – kein Cocktailkleid nähen, wenn man die Wochenenden am Fußballplatz verbringt – als auch für Farben und Muster. Ziel: Die selbstgenähten Kleider sollen zu dem passen, was schon im Schrank steckt. Das ist vernünftig, denn dann ziehe ich das Genähte auch an – regelmäßig, ohne verzweifelte Suche nach Kombipartnern und mit dem entspannten Gefühl stilistischer Sicherheit. Diese Mannschaft nenne ich Kopf-Näherinnen.

Als Mitglied der zweiten Mannschaft outet sich zum Beispiel Sophie, die auf Ada Spragg bloggt. Sie kokettiert damit, regelmäßig Kleidung zu nähen, die sie nicht trägt, die als Gesamtkunstwerk im Schrank hängt, ohne ausgeführt zu werden. Weil sie nicht passt – weder zu anderen Kleidungsstücken noch zu den Erfordernissen des Alltags. Sophie weiß um diese Schwäche und widersteht ihr nicht einmal halbherzig. Sie nähe so wie ein Teenager isst, so schreibt sie, der alles Mögliche in sich hineinstopft, wenn die Eltern mal übers Wochenende wegfahren. Gesund und bekömmlich ist so ein Verhalten nicht, vielmehr lustgesteuert und bestenfalls auch genießend. Wer so näht, kauft spontan und ohne Pläne die tollsten Musterstoffe und näht sich exotische Kleidungsstücke, die er vielleicht liebt, aber kaum trägt. Das sind die Herz-Näherinnen.

Für das Kopf-Nähen spricht der praktische Aspekt: Nähen und tragen sind dann zwei Seiten einer Medaille. Häufig näht der Kopf unifarbene Basic-Teile, die zu vielem passen und unauffällig sind. Zu meinen gern getragenen Kopf-Nähereien gehören der dunkelblaue Hollyburn-Rock, der schwarze Hosenrock, die blau-schwarze Bouclé-Jacke, die graue Veste Michelle.

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Gern getragene Basics: Hollyburn-Rock, Hosenrock, Veste Michelle, Bouclé-Jacke

Für das Herz-Nähen spricht Grundsätzliches. Nähen ist eine sinnliche Sache. Das Schwelgen in schönen Farben, spannenden Mustern und wundervoll anzufassenden Stoffen gehört einfach dazu. Wer sich das versagt, verpasst (zu) viel. Außerdem: Nur wer die eigenen Grenzen hin und wieder überschreitet, entwickelt sich weiter. Das gilt auch für Kleidung, die ja Ausdruck des eigenen Ich sein soll (spannende Gedanken dazu gibt’s zum Beispiel im kürzlich gehaltenen Vortrag von Meike alias Frau Crafteln). Ich muss neue Wege gehen, wenn ich neue Welten entdecken möchte. Und dazu gehört das Risiko, Irrwege und Sackgassen einzuschlagen.

Die Gefahr beim Kopf-Nähen: Zu viel Vernünftigkeit macht keinen Spaß, kann langweilig werden. Und Nähen ist schließlich mein Hobby, soll also Spaß machen. Weil Nähen meine Leidenschaft ist, ist es auch Selbstzweck. Bedarf also keiner Nützlichkeit. Sinn der Sache ist das Tun – das Tragen fertiger Kleider ist nur das Sahnehäubchen obendrauf.

Birgt das Herz-Nähen auch Gefahren? Der Verbrauch von Material und Zeit vielleicht, um Dinge herzustellen, die man hinterher nicht nutzt, sondern nur anhimmelt. Aber dieser Verbrauch ist keine Verschwendung – denn Nähen ist ja auch Selbstzweck. Und fast jeder Mensch hat Leidenschaften, die mehr Selbstzweck als nützlich sind: Figuren filzen, Decken häkeln, Fußballvereine unterstützen, Blumen ziehen, Zuckertortendekorationen formen, Tiffany-Objekte bauen, im Chor Lieder singen, sich im Yoga verrenken, in der Sauna schwitzen.

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Bunt und gewagt gemustert: das Koi-Kleid, mein neues Sommerkleid, der Waxprint-Rock

Zu meinen Herz-Nähereien gehören sicher das Koi-Kleid, der Waxprint-Rock, mein wildgemustertes Sommerkleid. Ob dies Irrwege sein werden oder neue Wege zu unbekannten Seiten meines Ichs, das weiß ich noch nicht. Bei anderen selbstgenähten Sachen bin ich schon sicher: sie haben mir geholfen, neue Seiten an mir zu entdecken. Das Kleid nach Butterick 5951 zum Beispiel. Ich hatte beim Nähen keine Ahnung ob ich so ein Kleid je tragen würde – und ich trage es. Gerne. Häufig. Mit wunderbarem Selbst-Gefühl.

Meist geht es mir also ganz gut, so hin- und hergerissen zwischen dem Kopf- und dem Herz-Nähen. Ich bin ein stabiles Seil. Für den Herbst habe ich mir vorgenommen, eine Mini“Kollektion“ zu schneidern, bei der nichts langweilig ist und alles zusammen passt. Auch Kopf und Herz sollen dann zusammenpassen. Mehr dazu bald.

 

 

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23 Gedanken zu “Vernunft und Gefühl

  1. SaSa 1. August 2015 / 10:01

    So eine interessante Diskussion! Ich habe bewundernd Nähen-nach-Plan- Projekte verfolgt und auch ein wenig beneidet. Ich selbst lasse mich eher treiben und nähe, was mich als nächstes anlacht. Meistens sind das Schnitte und ich muss lange nach einem passenden Stoff ausschau halten. Bei Stoffen bin ich mir oft erst unsicher. Ich nähe aber schon, um die Sachen nachher auch anziehen zu können. Ich finde, dass eine gewisse Einschränkung bei der Farbwahl hilft, später vieles kombinieren zu können. Zu einem Herzprojekt hatte mich Claudia von Bunte Kleider angeregt mit ihrem Hinweis beim Weihnachtskleid-Sew-Along, etwas Luxuriöses (oder eigentlich Unnötiges) für sich zu nähen. Sonst hätte ich etwas Alltagstauglicheres genäht. Überraschenderweise hat sich dieses Kleid dann als ziemlich alltagstauglich erwiesen. Ich hatte es öfters an. Langsam wurde auch mein Kleiderschrank voller mit passenden und geliebten Sachen. Vielleicht ergibt es sich von selbst, dass man Lust auf das Nähen fehlender Teile bekommt. Wahrscheinlich hilft es aber, darüber nachzudenken!
    Liebe Grüße, SaSa

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    • couseuse 2. August 2015 / 10:02

      Liebe SaSa, vielen Dank für den Hinweis aufs Weihnachtskleid. Das muss ich im Hinterkopf behalten, wenn es damit losgeht. Ein Vorwand für einen großen Schritt aus der Alltags-Komfortzone, das ist ein toller Gedanke.
      Was die Farbwahl angeht, gebe ich dir recht. Ich merke gerade beim Planen meiner Herbstnähereien, dass mein Kleiderschrank sich farblich im Herbst sehr vom Sommer unterscheidet. Petrol und lila trage ich in der kalten Jahreszeit viel – im Sommer gar nicht. Und ich versuche schon beim Nähen zu planen, wie die Stücke zum Vorhandenen passen. Denn etwas zu nähen was mir gefällt und hinterher zu nichts passt (auch schon vorgekommen), das ist doch ein doofes Gefühl. Dann lieber ein bisschen mehr nachdenken, denn am Ende wünsche ich mir auch „einen Kleiderschrank voller passender und geliebter Sachen“, die auch noch zueinander passen.
      LG ALmut

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  2. ette 31. Juli 2015 / 14:27

    Vielen Dank, ein sehr anregender Post. Ich bekenne mich eindeutig zu den Herznähern. Völlig egal ob der Stoff jetzt bunt und wild oder unifarben ist oder ob das, was dabei herauskommt tragbar ist: Ich sehe ein Projekt oder habe mir etwas in den Kopf gesetzt und dann näh ich wild drauflos. Dumm nur, wenn ich keine Lust mehr habe höre ich meistens auch wieder auf, das produziert dann weniger Schrank- dafür umso mehr Nähzimmerleichen. Vernunft- und Bedarfsnähen kommen bei mir sehr sehr selten vor. Da muss ich dann schon dringend etwas brauchen oder einen ungeliebten Stoffrest loswerden wollen. Ich muss aber dazu sagen, dass es nicht mein Ziel ist, eine komplett selbstgenähte Garderobe zu haben, wenn mir etwas gefällt was ich in der Stadt sehe kauf ich es auch durchaus. Vor Schrankleichen habe ich wenig Angst, es geht mir vor allem darum, ob ich ein Kleidungsstück mag und es tragen würde. Wenn dem der Fall ist, darf es auch 364 Tage im Schrank hängen, wenn ich mich nicht wohl fühle kommt es weg, ganz egal wie viel Mühe ich reingesteckt habe. Das kommt, vor allem aufgrund einer aufgeprägten Schwäche passende Stoffe zu Schnitten zu finden, leider regelmässig vor, zum Glück gebe ich selten viel Geld für Stoff aus. Andererseits denke ich immer: Das ist ein Hobby, das soll Spass machen und darf etwas Geld kosten. Andere Menschen müssen teure Kleider kaufen und Hobbies haben, wie fürchterlich 😉

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    • couseuse 2. August 2015 / 10:04

      Liebe Ette, vielen Dank für dieses Plädoyer fürs lustbetonte Nähen. Allein das zu lesen macht Spaß! Und ich gebe dir auf jeden Fall Recht: Spaß machen muss es immer. Es wäre schrecklich, wenn ein wundervolles Hobby auf die Dauer zum Muss würde. Davon haben wir auch so schon genug…
      LG Almut

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  3. Frau Lotterfix 27. Juli 2015 / 19:56

    Also, ich bin ja definitiv eine „Kopfnäherin“. Und als solche muss ich mal heftig Widerspruch einlegen: Kopfnähen ist doch nicht langweilig! Eine Beschränkung bei Stoffen/Farben trübt meinen Nähspaß keineswegs, ganz im Gegenteil: bei meiner beschränkten Zeit hilft es mir, mich zu fokussieren, sonst würde ich nur planen und Optionen wälzen & nie zur Ausführung kommen.
    Nähen für den Schrank ist für mich übrigens tatsächlich Verschwendung – nicht von Zeit, aber von natürlichen Ressourcen. Aber das ist auch noch ein komplett anderes Thema 😀

    Insgesamt aber: schöne Überlegungen!

    Viele Grüße, Frau Lotterfix

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    • couseuse 27. Juli 2015 / 20:53

      Vielen Dank für deinen Widerspruch, Frau Lotterfix! Du hast natürlich recht, dass Kopfnähen nicht unbedingt langweilig sein muss. Ich habe gerade gestern erst sehr vernünftig in Farbe und Schnitt vor mich hingenäht und hatte viel Spaß dabei.
      Ich merke eben nur an mir, dass es Momente gibt, in denen ich ein großes Bedürfnis nach Farben, Mustern, besonderen Schnitten, Experimenten habe. Wenn ich dem nachgebe entstehen natürlich auch ungewöhnliche, aber oft auch sehr geliebte Teile. Und sie zu nähen macht mir eben oft besonders viel Freude – weil ich den Stoff und die Farben so genieße, weil ich so gespannt auf das Ergebnis bin, weil ich eine neue Technik dabei lerne.
      Ich muss außerdem zugeben: Ich zerbreche mir furchtbar gerne den Kopf über Nähprojekte. Sowohl über die Ausführung von geplanten Teilen als auch über all das, was ich überhaupt nähen will. Aber auch diese Gedanken machen mir Freude, keinen Stress. Dass ich nie die Zeit haben werde, all das zu nähen, was ich mir ausdenke, damit habe ich mich abgefunden. Macht auch nix.
      Liebe Grüße
      Almut

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      • kuestensocke 28. Juli 2015 / 19:01

        Deine Ausführungen habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich würde nach Deiner Kategorisierung wohl eher zu den Kopfnäherinnen gehören, muss mich aber ganz entschieden dem Widerspruch von Frau Lotterfix anschließen – nix da langweilig! Es scheint, dass Du stark zwischen Musterstoffen und Unistoffen unterscheidest, Muster sind Gefühl, Uni ist Verstand. Da möchte ich ebenfalls widersprechen. Dein Koi-Kleid halte ich für absolut büro- und klassenzimmertauglich, auch den bunten Sommerrock, dafür ist eine unifarbene kurze Hose für eher „Gefühlsnähen“. Seit ich Bekleidung nähe, möchte ich solche Kleidung nähen, die ich auch gern anziehe. Wenn ich die meisten Stunden des Tages im Büro in konservativem Umfeld verbringe, freut es mich ungemein in der Lage zu sein ein schicke bürotaugliche Bluse zu nähen, mit Kragen und Manschetten oder mit Schluppe – mustermäßig bin ich da nicht so eingeschränkt, meine liebsten Blusen sind gemustert. Steht der Urlaub vor der Tür – her mit dem bunten Sommerock oder dem romantischen Stufenrock – ich nähe nach Gefühl, das was ich demnächst gern tragen möchte. Neue Stoffe oder Schnitt auszuprobieren steht dem nicht im Wege. Nur ab und an habe ich das Gefühl des „Bedarfsnähen“ – es fehlt ein weißes Shirt oder ein dunkelblauer Rock – ja das kann etwas mühsam sein, weil „brauchen“ statt „wollen“ damit in Verbindung gebracht wird. Die Aktionen zur durchstrukturierten Gardeorben habe ich mit Interesse verfolgt, diese Ansätze für mich aber gleich verworfen. ich will keinen minimalistischen Kleiderschrank, ich will Abwechslung und immer wieder auch gewagte Stoffe – das muss sich nach meiner Meinung und nach meiner Erfahrung mit bürotauglich/klassenzimmertauglich nicht unbedingt ausschließen 😉 Dein Koi-Kleid ist der beste Beweis dafür. LG Kuestensocke

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      • couseuse 28. Juli 2015 / 20:18

        Liebe Kuestensocke, vernünftig im manchmal langweiligen Sinne ist für mich eher das, was du Bedarfsnähen nennst: Lücken im Kleiderschrank füllen, also ein dunkelblaues Shirt nähen, auch wenn ich viel mehr Lust hätte, den neuen Kleiderschnitt auszuprobieren (auch wenn ich eigentlich genug Kleider habe) oder den ritzeroten Stoff. Vernünftig – und sehr sinnvoll – finde ich auch, beim Näh-Planen auf die Kombinationsfähigkeit mit Vorhandenem zu achten. Und das bedeutet eben manchmal eine Absage an einen Schnitt oder einen Stoff, den ich im Prinzip reizvoll finde. Das Tolle am vernünftigen Nähen ist dann eben, dass keine Kleiderschrankleichen entstehen, weil die genähten Teile einen echten Bedarf füllen und ihren Platz im Kleiderschrank-Biotop sicher haben.
        Herznähen hat, denke ich, grundsätzlich nicht unbedingt mit Mustern zu tun, sondern eher damit, dass ich etwas nähe, von dem ich mir im Vorhinein nicht sicher bin, ob es mir gefallen wird, ob ich mich darin wohlfühlen werde, ob es mir stehen wird. Es sind experimentellere Sachen. Für mich sind dabei derzeit Muster durchaus ein Thema – für andere vielleicht bestimmte Farben oder Schnitte oder ein großes Dekollete oder ein kürzerer Rock oder… Die Schluppenblusen, die mir bei dir so gut gefallen wären für mich auch so ein Herz-Projekt. Bei einer Bloggerin gesehen, richtig toll gefunden, nachgemacht – ob ich mich damit wohlfühlen werde oder verkleidet vorkomme? Muss ich abwarten und ausprobieren. Die Beispiele fürs Herznähen, die ich gepostet habe, sind zugegeben solche, mit denen ich sehr froh bin. Ich finde sie auch öffentlichkeitstauglich. Insofern hat sich da das Risiko gelohnt.
        Ich kann dir nur zustimmen: Auch ich möchte natürlich Kleider nähen, die ich gerne anziehe. Und oft hebt es merklich meine Stimmung, ein selbstgenähtes Teil zu tragen. Ich bin mir aber, anders wahrscheinlich als du, vor dem Nähen noch oft unsicher, was ich gerne anziehen werde. Die unbegrenzten Möglichkeiten des Selbstnähens bringen mich immer mehr dazu, Dinge auszuprobieren. Nicht nur, ob ich sie näherisch bewältige, sondern auch, wie ich wohl ich mich in einem bestimmten Kleidungsstück fühle. Insofern geht bei der ganzen Geschichte für mich auch um Selbsterkenntnis und einen Weg zu mehr Stil-Sicherheit (i.S.v. Sicherheit in meinem, nicht irgendeinem Stil). Und da bringen mich die Dinge eben oft weiter, die eine gewisse Unsicherheit beinhalten.
        LG Almut

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  4. sewing galaxy 27. Juli 2015 / 11:03

    P.S. vielelicht hast du das auch gemerkt(an den Blogs, schnitten ,stil, parfum usw und in meiner Kindheit gehörte sehr viel balett zu meienm leben ,da meine mum in der choreographie-schule gearbeitet hat),dass ich ebenfalls frankofil bin:-))wie schön gleichgesinnte zu treffen:-)!
    allerdings kann ich kein französisch:-))))makte nixe, nicht wahr:-)
    michelle ajcket leigt bei mir fast schon auf dem tisch, wollte schon seit längerem ausprobieren..

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    • couseuse 27. Juli 2015 / 20:46

      Ja, ich habe mich schon sehr gefreut, auf deinem Blog französischen Schnittmustern zu begegnen. Das hat man ja nicht so oft. Gerade erst war doch da diese hübsche Bluse…
      Ich bin mit meiner Veste Michelle ja sehr froh – aber ich kann mir vorstellen, vor allem wenn ich deine tolle Chanel-Jacke sehe, dass du damit weit unterfordert wärest. Was die Passform angeht, macht Michelle auch wirklcih nicht sehr viel her. Sie ist wirklich sehr locker. Aber damit auch sehr alltagstauglich zum Immer-Wieder-Drüberziehen. Und deswegen trage ich meine sehr gerne und werde sie sicher auch nochmal nähen…
      LG Almut

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  5. sewing galaxy 27. Juli 2015 / 10:07

    liebe Almut,
    ich sehe die Situation nicht als konflickt. früher war ich immer hin und her gerissen, so wie du, aber zwischen 2 stillrichtungen- vintage und moderne.vintage hat sich für mich jetz so gut wie erledigt.aber das ist ein Prozess,der lange dauert,um rauszufinden und sich darin zu finden.
    ich nähe insgesammt seit fast 30 jahren Kleidung. und erst jetzt bin ich da angekommen.
    als Russin kann ich dir sagen, nähen nach plan- das geht bei mir gar nicht. russen sind viel zu gefühlsbetont, für zu emotional gesteuert,um vernünftig und abgeklärt an die frage der Garderobe ran zu gehen.
    ich ahbe gestern ein neune post verfasst mit einem Beispiel,wie ein Kompromiss aussehen könnte.
    eigentlich man muss sich nicht wirklich entscheiden, man kann buntes sehr wohl mit simplen und tragbarem verbinden und 1-2 schrankleichen tun keinem weh.
    nähen für den schrank halte ich weiterhin für Unsinn, insbesonderen,wenn man wie ich, aus wertvollen Stoffen näht.

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    • couseuse 27. Juli 2015 / 20:33

      Liebe Julia
      Ich kann mir vorstellen, dass man bei der Frage, welche Kleidung man tragen und nähen will, wahrscheinlich nie irgendwo „ankommt“. Weil sich immer wieder neue Möglichkeiten auftun, weil sich der eigene Körper und das Leben verändern… aber natürlich lernt man mit der Zeit sich und seine Vorlieben immer besser kennen. Ich finde es oft sehr spannend, gerade bei besonderen Kleidungsstücken, für mich herauszufinden, ob ich mich damit wohlfühle oder nicht. Gerade weil ich mir nicht immer vorher sicher bin. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und weil ich vor dem Loslegen meist doch eingehend über ein Stück nachdenke, entsteht selten eine Schrankleiche. Die wenigen Schrankleichen sind eher gekauft (und schon lange her) als genäht. Das ist doch ein gutes Zeichen, oder?
      Lg Almut

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  6. .meike 26. Juli 2015 / 18:56

    WAs für ein schöner, inspirierender Beitrag! Danke! Das Wortpaar Kopf-und Herznähen werde ich in meinen Sprachgebrauch übernehmen und daran weiterdenken, obwohl ich das Gefühl habe, dass du eigentlich schon alles gesagt hast.

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  7. Julia 26. Juli 2015 / 17:12

    Das hast Du schön geschrieben. Bei mir erfüllt das Nähen immer mehrere Aspekte. Ich nähe gerne aus Lust und Laune, weil ich es oft auch spannend finde wie das Projekt im Kopf dann tatsächlich umgesetzt aussieht, weil ich ein neues Kleidungsstück für mich ausprobieren will. Ich möchte manchmal gerne neue Techniken oder Materialien ausprobieren, zwischendurch Nähe ich dann wieder funktionales für die Kinder und mich, dann gerne mit Gelinggarantie.
    Wie Du schreibst, Nähen ist unser Hobby, das und damit unterscheidet es sich von vielen anderen Hobbies, einen praktischen Aspekt hat. Aber es daraufhin zu reduzieren mag ich nicht, denn ganz praktisch gesehen nützt mir unnützes Nähen oft ganz viel, um mich zu sammeln und zu entspannen.
    Liebe Grüße
    Julia

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    • couseuse 27. Juli 2015 / 20:35

      Liebe Julia,
      das kann ich gut unterschreiben! Ich wechsele auch immer mal zwischen dem Ausprobieren (meist für mich) und den gelingsicheren, aber auch sicher schönen Shirts und Hosen für die Kinder. Und hin und wieder noch eine Patchworkdecke – das Patchen und Quilten verursacht mir richtige Zen-Gefühle. Fast wie Yoga. Das tut dann einfach gut.
      LG Almut

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  8. himbeerpudding 26. Juli 2015 / 16:26

    Schön hast du das geschrieben! Ich bin ja eher die wilde drauf los Näherin und habe dementsprechend auch Stücke im Schrank, die da fast nie raus kommen, obwohl ich sie sehr mag. Ich versuche genau wie du, auch mal braveres zu nähen, dass auch im Büro geht. Mehr Spass machen dich aber die „verrückten“ Sachen, die so sonst keiner hat, das ist wie ich finde ja der Clou am selbst schneidern.Liebe Grüße, Nadine

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    • couseuse 27. Juli 2015 / 20:39

      Liebe Nadine,
      So verrückt finde ich die Stücke gar nicht, die du nähst – sondern eher toll! Spränge das ein oder andere von deinem Blog in meinen Kleiderschrank würden das sicher keine Schrankleichen werden… Ich finde du schaffst einen sehr guten Spagat zwischen tragbar und besonders. Und ein bisschen besonders muss Selbstgenähtes ja auch sein. Wenn es genausogut von Tchibo oder H&M kommen könnte – das wäre doch fürchterlich! Insofern doch: Verrücktes vor! (wenigstens hin und wieder…)
      LG Almut

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