Mit Eiffeltürmen unterwegs

Mit Eiffeltürmen unterwegs
Mit Eiffeltürmen unterwegs

Geschmückt mit Eiffeltürmen bin ich heute am MeMadeMittwoch unterwegs – passender gehts nicht für eine Französischlehrerin und (nicht nur) deswegen mag ich meine neue Eiffelturmbluse so gerne.

Der Schnitt heißt Girly Touch und stammt aus Ottobre 5/2013.  Eine Bettwäsche-Probebluse hat mich zum Glück auf ein gravierendes Schnitt-Problem gestoßen, bevor ich den schönen Eiffelturm-Stoff angeschnitten habe: Am Rücken und den Ärmeln war viel zuwenig Stoff – ich konnte in der Probebluse die Arme kaum nach vorne strecken; Auto fahren und An-die-Tafel-Schreiben unmöglich. Für die zweite Version habe ich deswegen das Rückenteil und die Passe leicht verbreitert und an der Armkugel ebenfalls großzügig zugegeben. Weil ich das Armloch nicht entsprechend angepasst habe, sind damit kleine Puffärmel entstanden, ich ich sehr nett finde.

Eiffelturmbluse - bald ist sie fertig
Kragensteg, innere Manschetten und Unterkragen sind kariert. Der Eiffelturmstoff enthält natürlich auch ein bisschen bleu, blanc, rouge.

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Den inneren Kragensteg, den Unterkragen und die inneren Manschetten habe ich mit weiß-grau-kariertem Stoff verarbeitet – das ist ein bisschen anders, aber sehr dezent.

Nach der Anpassung hat sich der Schnitt ohne Hindernisse genäht – weil ich klassische Blusen aus besonderen Stoffen gerne mag, wird – mittelfristig – sicher noch das eine oder andere Teil nach diesem Schnitt folgen.

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Nach den Veränderungen am Schnitt kann ich die Arme auch nach vorne ausstrecken. Das hilft im Alltag ungemein

Die Bluse in Kürze:
Schnitt: Girly Touch (Ottobre 5/2013)
Veränderungen: Rücken verbreitert, Armkugel vergrößert
Stoff:
Baumwollpopeline von Atelier Brunette über www.annakabazaar.com (sehr empfehlenswert für besondere, schöne Baumwollstoffe)
Knöpfe: über  www.knopf-boutique.de (tolle Auswahl und schneller Service)

 

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Eiffelturm-Ohrringe müssen zu dieser Bluse sein

Angesichts der Bluse geht es heute natürlich nicht ohne meine Eiffelturm-Ohrringe – ein Paris-Mitbringsel aus dem letzten Jahr.

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Michelle über Eiffelturmbluse – passt prima zusammen

Zur Bluse trage ich meine Veste Michelle – gerne und viel getragene Blazerjacke mit Schalkragen nach dem Schnitt von Republique du Chiffon (hier schon mal ausführlicher beschrieben). Die Jacke ist aus grauem Jeans gearbeitet – weil ich die linke Seite nach außen genommen habe, sieht man aus der Nähe eine leichte Rippenstruktur, sehr hübsch. Die Jacke ist leger, bequem und ich liebe das schöne Futter und die profihafte Verarbeitung: perfekt eingesetztes Innenfutter, diagonal gesetztes Paspelknopfloch. Da jauchzt das Herz der couseuse. Ich habe fest vor, mal eine dramatischere Version von Michelle in rot zu machen und vielleicht auch eine aus meinem neuen Wax-Print?

Wie immer gibt es zahlreiche gutgekleidete Damen in selbstgenähten Klamotten beim MeMadeMittwoch zu bewundern. Schaut euch mal um!

 

 

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Schönes Scheitern

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Mit der Stickerei bin ich zufrieden – mit dem Shirt leider nicht

Ich trage zum heutigen MeMadeMittwoch einen schönen Fehlschlag. Ein Shirt inspiriert von der amerikanischen Designerin Natalie Chanin und ihrer Firma Alabama Chanin. Dort gibt es wundervolle, komplett handgenähte (zu Recht sehr teure) Jerseyklamotten mit aufwändiger Verzierung: ornamentale Applikationen, Reverse Appliqué, Perlenstickerein. Das Tolle: die Schablonenmotive, die den Modellen zugrunde liegen, lassen sich auf der Website des Unternehmens ausdrucken, Anleitungen und Schnitte hat Natalie Chanin in inzwischen vier Büchern veröffentlicht. Ich habe nach einem Poncho und zwei Schals zum ersten Mal ein Kleidungsstück à la Chanin ausprobiert. Und bin gescheitert.

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Shirt an der Leiter: farblich passt das gut
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Ich habe die Formen mit Stabperlen umstickt

Das Shirt ist nach dem Schnitt Renfrew von Sewaholic mit der Maschine genäht. Handgenäht ist nur das Reverse Appliqué am Ausschnitt. Dazu habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg aus weißem Jersey verstürzt (altes T-Shirt). Dann habe ich ein selbstgezeichnetes Motiv aufschabloniert; die Schablone habe ich aus fester Kunststofffolie – Mobile-Folie – geschnitten. Die schablonierten Formen habe ich mit Perlen umstickt und am Ende die Formen so ausgeschnitten, dass nur der Rand stehen bleibt. So weit, so gut – und mit diesem Teil des Shirts bin ich auch zufrieden (obwohl die dunkelgraue Stofffarbe mir zu dunkel geraten ist).

Gescheitert bin ich am Material. Ich habe einen dünnen Strick verwendet (älterer Fehlkauf von Stoffe.de), der für wahrscheinlich jedes Nähprojekt zu flutschig, laberig, instabil ist. Während des Nähens wuchs dieser Stoff in alle möglichen Richtungen, verzog sich wie ein Gummiband – war auch mit Engelsgeduld kaum zu bändigen. Nur der Ausschnitt bleibt wie er soll, weil ich ihn mit Band bebügelt habe. Durch all das Wachsen und Flutschen ist mir die Saumkante schief geraten und das Shirt wird immer weiter und weiter.

Schablone aus fester Kunststoff-Folie
Schablone aus fester Kunststoff-Folie
Muster, mit Stofffarbe aufschabloniert
Muster, mit Stofffarbe aufschabloniert
Zwischenstadium: halbbestickt
Zwischenstadium: halbbestickt

Obwohl ich also ein formschönes, verziertes Shirt geplant habe, ist am Ende ein schön verziertes unförmiges Shirt entstanden. Ich habe es heute dennoch im Alltagsleben eingeweiht. Und ich schwöre hiermit: Alabama Chanin nur noch mit hochwertigstem Jersey! Laberige Fehlkäufe in die Tonne!

Übrigens: Ich habe beschlossen, das schön gescheiterte Shirt bald durch einen formstabilen Nachfolger zu ersetzen. Handnäherei ist ein wunderbarer Zeitvertreib an lauen Sommerabenden.

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Das Shirt ist zu laberig – aber zu Jeans finde ich es einigermaßen tragbar

Was andere Näherinnen heute an schöner, selbstgemachter Kleidung ausführen, könnt ihr wie immer beim MeMadeMittwoch sehen.

 

 

 

 

Das Jacken-Experiment

Burda-Schnitt, als "Strickjacke" umgesetzt
Burda-Schnitt, als „Strickjacke“ umgesetzt

Meinen (gefühlten) Strickjackenbedarf bin ich diese Woche ganz entschlossen angegangen. Insofern passt das Spring Style-Motto der Woche – being on the needle – wunderbar zum Stand der Dinge. Nach ausführlichen aber erfolglosen Internetsuchen nach dem idealen Schnitt für eine kurze, taillierte Strickjacke habe ich mich am Ende für eine spontane Lösung entschieden.

Der Schnitt ist aus der Burda Style 5/2015, die auf dem Schmökertisch im Nähkurs rumlag. Ich nähe ihn aus dunkelblauem Jersey, obwohl er eigentlich für Webstoffe gedacht ist, ohne Futter und ohne die vorgesehene Wattierung und die Schulterpolster. Die Schnittführung mit den schräg nach unten verlaufenden Abnähern finde ich sehr schick, vor allem im Rücken. Durch das Schößchen entsteht eine Taillienbetonung, die mir ebenfalls gut gefällt.

Bis jetzt scheint das Projekt, trotz des „falschen“ Stoffes auch ganz gut zu funktionieren – ich bin optimistisch. Und ich hoffe, dass am Ende eine universal tragbare und ein bisschen besondere Jacke dabei rauskommt.

Blümchenshirt auf Shabby-Malerleiter: eine interessante Kombination
Blümchenshirt auf Shabby-Malerleiter: eine interessante Kombination

In einem kurzen, aber heftigen Nähanfall ist Anfang der Woche außerdem ein geblümtes Shirt nach dem Schnitt „Frau Liese“ entstanden (der Stoff stammt von meinem Besuch am Berliner Maybachufer in den Osterferien). Ein nettes Stück für jeden Tag.

Und das ist der Sachstand für die übrigen Projekte:

Das Alabama-Chanin-Shirt muss nur noch gesäumt werden (das mache ich morgen).

Die Knöpfe der Eiffelturmbluse fehlen weiterhin. Aber sie ist derzeit sowieso zu warm, deswegen bin ich nicht so motiviert, zum Ende zu kommen.

Filets vom Vintagekleid
Filets vom Vintagekleid

Das Vintage-Kleid befindet sich in einem Zustand fortschreitender Auflösung. Ich bin dabei, es gründlich zu „filetieren“ und die gefühlten 100 Kellerfalten vorsichtigst aufzutrennen. Dann soll ein Oberteil nach dem Mlm-Schnitt „La joueuse“ daraus werden. Mehr über die netten Schnittmuster der französischen Firma Mlm habe ich übrigens schon mal hier berichtet.

Die Culotte hat den Tragetest bestanden und ist vergangene Woche gleich zum neuen Lieblingsteil geworden. Superbequem und schick. Mein Beschluss steht: Ich brauche mehr davon!

Was bei den anderen Spring Style Näherinnen gerade auf dem Nähtisch liegt, erfahrt ihr heute beim Spring Style Along bei Marja Katz.

 

Culotte im Tragetest

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Culotte im Garten – sitzt, passt, ist bequem und luftig. Absolute Näh-Empfehlung!

Heute ist Wickelkleid-Tag beim MeMadeMittwoch; die Organisatorinnen warten mit einer beeindruckenden (leicht einschüchternden) Fülle toller Kleider auf.

Ich nutze dennoch lieber das warme Wetter, um meine neue Culotte auszuführen (und ich habe auch kein Wickelkleid).  Ich hatte, nachdem sie fertig war, etwas Angst vor der eigenen Courage – und fragte meine Familie immer wieder: Sieht das nicht komisch aus? Nicht irgendwie merkwürdig? Absonderlich? ‚Skurril? Wie ein blauer Müllsack? Geduldig haben Mann und Kinder mir meine Zweifel soweit ausgeredet, dass ich die Culotte gestern morgen zur Feuertaufe in die Schule angezogen habe (Prädikat: besonders mutig). Das Ergebnis beruhigt: kein Schüler ist kichernd zu Boden gesunken, niemand hat gefragt: „Was ist denn das, was Sie da anhaben?“

Und ich bin ziemlich begeistert. Ich habe die Culotte aus königsblauem Popeline genäht, was sie leicht und luftig macht – das Tragegefühl bei warmem Wetter ist unschlagbar. Die Passform ist toll – ich habe die Bundfalten aus dem Schnitt eliminiert (hier habe ich erklärt, wie es geht) und den Bund einer anderen Hose leicht verbreitert und angebaut. Jetzt sitzt die Culotte bequem und genau in der Taille.

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Was für ein Knopfloch, was für Verriegelungen – ich bin begeistert von meiner neuen Brother-Nähmaschine

Details, die glücklich machen

Besonders zufrieden bin ich mit dem Knopfloch – vorne abgerundet! – und den Verriegelungen an den Nahttaschen: Beides verdanke ich meiner neuen Nähmaschine. Eine wahre Freude für die Näherinnen-Seele.

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Schuh-Porträt. Sich selbst die Füße zu fotografieren ist gar nicht so einfach

Mit meinem neuen (gekauften) Ringelshirt fand ich meinen Hosenrock (und mich) gestern richtig schick. Erst recht, weil die Schuhe auch noch wunderbar zum Shirt passen. Heute führe ich die Culotte in den Nähkurs aus, damit meine Nählehrerin Martina sehen kann, was aus ihrem Schnitt-Veränderungs-Tipp geworden ist.

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Auch merkwürdige Posen lassen sich in der Culotte wunderbar ausführen

 

Culotte in Kürze:

Schnitt: Nr 126 aus Burdastyle 3/2015
Veränderungen: Bundfalten eliminiert, Bund von Burda 8087 angebaut
Stoff: 2 m kobaltblauer Popeline vom Roten Faden (die Qualität hat mir gut gefallen)
Schwierigkeiten: keine
Nochmal nähen? Vom Gefühl her ja (cool in schwarz, alltagstauglich in petrol) – aber ich weiß noch nicht, ob ich wirklich zwei oder drei so „exotische“ Teile brauche… Andererseits: wieso nicht?

Andererseits: Seit fünf Minuten brauche ich auch unbedingt ein Wickelkleid. Wieso seht ihr beim MeMadeMittwoch.

 

Französisch nähen: République du chiffon

Ein kleines aber feines Indie-Schnittmusterlabel ist République du chiffon. Géraldine Debeauvais macht schlichte Schnitte mit dem gewissen Etwas – und mit prima Anleitungen. So kann man sich auch als mittelgute Näherin an anspruchsvollere Projekte wagen – Géraldine lotst  mit schriftlicher Erklärung und besser noch per Online-Tutorial durch jeden Nähprozess.

République du chiffon bietet Kleider, Jacken, Blusen und Hosen, auf Papier oder als PDF und auch auf Englisch. Auch ein paar Kinderschnitte sind zu haben.

Ganz neu in diesem Frühling und allerliebst finde ich die Bluse Rose mit einer Art Blütenblätterkragen. Sie zu nähen wäre sicher eine echte Erweiterung meines schneiderischen Horizonts – auf der To-Sew-Liste ist Rose auf jeden Fall gelandet… (schade, dass ich sie noch nicht gemacht habe, sonst könnte ich ein Foto zeigen. Eins einfach klauen, das verkneife ich mir lieber.)

Michelle, my belle!

IMG_0427Mein persönlicher Liebling ist – bis jetzt – die Veste Michelle, ein leger geschnittener Blazer mit Schalkragen und Futter. Michelle ist ein wunderbares Teil für jeden Tag, das je nach Stoff sportlich oder elegant aussehen kann. Meine Jacke ist aus hellgrauem Jeansstoff von Coupons de St. Pierre und hat sich als echter Kleiderschrank-Joker erwiesen. Sie passt zu Jeans, zum Kleid, in den Alltag und wenns mal seriös oder schicker sein soll. Durch den legeren Schnitt – ohne jeden Brustabnäher! – passt auch mal ein Pulli drunter und trotzdem sieht die Jacke nicht formlos aus.

Tolle Varianten von Michelle IMG_0433findet ihr zum Beispiel bei Jolies bobines – schwarz-weiß, rot-ethnogemustert oder wunderfrühlingsschön mit grün und Vögeln.

Ich liebe meine Veste Michelle vor allem, weil ich so stolz auf die profimäßige Innenverarbeitung bin. Ein Futter mit Bewegungsfalten, dank des Online-Tutorials makellos eingeIMG_0434näht – und dann auch noch mit Zebras auf Türkis – ich schaue so gerne in meine Jacke hinein! Tatsächlich habe schon von Nicht-Näherinnen verständnislose Blicke geerntet, weil ich auf einmal anfing, von meinem Jackenfutter zu schwärmen.

Ein Kleid für Downton Abbey

Auf meiner To-Sew-Liste stehen auch die charmante Veste Bernadette – eine kurze, kragenlose und gesteppte Jacke, die sicher aus Liberty-Stoff ganz entzückend aussieht – und das kleine feine Kleid Gladys, mit dessen 20er-Jahre-Esprit ich direkt bei Downton Abbey einsteigen könnte.

Habt ihr schon Erfahrung mit den Schnitten von RdC gemacht? Und wart ihr auch so glücklich mit euren Werken wie ich mit Michelle? Berichtet – ich freue mich über eure Meinung!

Style für das Teil und: die Suche nach einer Strickjacke

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Culotte in gelb und rot – beide Varianten mag ich gerne. Das Ringelshirt holt den Hosenrock aus der exzentrischen Ecke und schiebt sie etwas in Richtung Sommerfrische. Das gefällt mir.

„Being on the needle“ heißt heute das Thema des Spring Style Along, der bei Alex (MamaMachtSachen) zu Gast ist. Handarbeiten ist bei mir in der vergangenen Woche leider komplett ausgefallen. Viel zu tun im Job, keine Zeit fürs Nähzimmer. Aber ein Paar Styling-Gedanken um meine neue königsblaue Culotte habe ich mir immerhin gemacht. Anlass waren 25%-Tage bei Boden. Deren Kataloge finde ich häufig inspirierend. Die Sachen haben einen besonderen Chic, der mir gut gefällt. Weniger gut gefallen mir meist die Preise und dann denke ich: So ein Kleid kann ich auch selber machen. Für weniger als 150 Euro. Und es passt auch noch besser. Aber im Sale habe ich nun bei zwei T-Shirts zugeschlagen. Ringel mögen der einen oder anderen langweilig vorkommen, sind bei mir aber Dauer-Klassiker, die ich seit Teenie-Zeiten liebe. Mutig war ich vor allem bei dem gelbgestreiften Stück, denn ganz lange war ich der Überzeugung, dass Gelb keine Farbe für mich ist. Weil es aber zu dem Königsblau so gut passt (und ich ein paar coole gelbe Sandalen mein eigen nenne), habe ich mich getraut.

Was jetzt noch fehlt – dringend – sind passende Strickjacken. In meinem Schrank finden sich vorwiegend Exemplare der Gattung „Extra-groß zum drüberziehen“ (und hüft-kaschierend im Winter…). Nun wünsche ich mir, für die Culotte und meine Sommerkleider, ein Gegenmodell (oder besser mehrere). Kürzer – vielleicht nur bis zur Taille? – und schmal geschnitten, mit weiblichem Touch (Wiener Nähte???), eventuell nur mit kurzen Ärmeln. Nur ein Schnittmuster fehlt. Hat jemand vielleicht eine Idee? Ich wäre dankbar für gute Strickjacken-Tipps.

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Das Alabama-Shirt macht Fortschritte. Teilweise sind die schablonierten Elemente schon mit Glasperlen bestickt. Ein Ornament habe ich auch schon ausgeschnitten. Dann sieht man schon mal, wie’s am Ende aussehen soll.

Ein bisschen war ich auch in der vergangenen Woche „on the needle“. Abends während der Tagesschau stichele ich meditativ am Alabama-Chanin-Shirt. Als Perlen habe ich mich für silbrige Glasstifte entschieden: eine für jeden Stich (wie sie sich waschen weiß ich immer noch nicht). Ich bin ganz erstaunt, wie fix das Sticken geht – vielleicht schaffe ich ja die Fertigstellung bis nächste Woche? Bis dahin wünsche ich Euch fröhliches Nähen!

 

 

 

Im Nähflow

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Shirt-Oberteil mit Muster – aber noch ohne Stickerei

Accessoires heißt heute das Thema des Spring Style Along, heute bei  Antonia (MarjaKatz). Deko habe ich derzeit aber noch gar nicht zu bieten. Im Gegenteil. Ich bin im Nähflow. Seit zwei Wochen habe ich eine neue Nähmaschine (Brother Innov Is 100 Prime Edition), die sich im Vergleich zu meiner alten Singer verhält wie ein Porsche zum Trabi. Also freue ich mich über die Regentage und nähe und nähe und nähe.

Sie ist bequem, ich mag das Blau - aber trotzdem... merkwürdig?
Sie ist bequem, ich mag das Blau – aber trotzdem… merkwürdig?

Fertig geworden: die königsblaue, bundfaltenbefreite Culotte. Gestern schon vorgeführt. Nur den Knopf muss ich noch annähen. Was ich davon halte, weiß ich noch nicht. Eine Styling-Frage wahrscheinlich. Und das Styling muss (s)ich noch entwickeln. Froh bin ich auf alle Fälle, dass die Veränderung am Schnitt so gut funktioniert hat. Bundfalten entfernen – das erweitert die Möglichkeiten und mein Repertoire – was will man mehr.

Nur die Knöpfe fehlen noch!
Nur die Knöpfe fehlen noch!

Außerdem soeben (fast) fertig geworden: die Eiffelturmbluse. Nur die Knöpfe… fehlen noch. Die Knopf-Annäh-Funktion der neuen Maschine stimmt mich noch etwas skeptisch. Also brauche ich einen langen TV-Abend mit möglichst anspruchslosem Film um all die Knöpfe (1+12+6 von einer Kinderjeansjacke) an die Kleidung zu bringen.

Was ich jetzt schon an der Bluse mag: Sie ist klassisch, kombinierfreudig und das ungewöhnliche Muster gibt ihr etwas Besonders. Garantiert nicht von der Stange!

zur schablone in 3 schritten
Zur Schablone in drei Schritten: Muster aussuchen, auf feste Folie durchzeichnen, sorgfältig ausschneiden
Perlen fürs Shirt und für andere Projekte
Perlen fürs Shirt und für andere Projekte

Fortschritte kann ich auch vom Alabama-Chanin-Shirt vermelden. Der weiße Beleg ist zugeschnitten. Das Muster ist ausgesucht (das war schwierig!) und drauf schabloniert. So dunkel sollte die Farbe gar nicht werden, aber mein liebevoll gemischtes Mausgrau ist beim Trocknen heftig nachgedunkelt. Macht nichts, das meiste wird sowieso rausgeschnitten. Ich habe mich für die Variante mit Perlen entschieden und sicherheitshalber – guter Vorwand – noch ein paar eingekauft. Und noch ein paar türkis-blaue gemischte Perlen für ein noch auszubrütendes Objekt. Ich fand sie so hübsch.

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Ein Vintage-Kleid als Herausforderung

Eine styletechnische Herausforderung habe ich gestern in einer Stoffsammelschublade gefunden: Dieses Seiden(?)kleid ist das Geschenk einer lieben Freundin, aus der Erbmasse einer entfernten Tante. „Da kannst du doch sicher was draus machen“, sagte sie. Die Farben finde ich super – passen sogar  zur Culotte! Aber insgesamt ist das Ding höchst merkwürdig. Mit tiefer Taille, Kellerfalten im Rock, Mega-Bewegungsfalte im Rücken. Passt mir nicht, steht mir noch weniger, ist so untragbar. Also überlege ich: Rock abschneiden und das Oberteil zur Bluse machen? Rockteile in nettes Oberteil umarbeiten? Rockteil zum Rock machen? Ihr seht: viel Luft für kreatives Potenzial. Vorerst habe ich das Objekt meiner Puppe angezogen, schaue immer mal wieder drauf und denke nach…

Was andere Damen sich ausdenken, seht ihr heute beim Spring Style Along bei Marja Katz.

 

 

Oben ohne: Culotte ohne Bundfalten (2)

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Die Culotte ist fast fertig – noch mit Stecknadel statt Knopf

Befeuert von Lucys ausführlicher Culotte-Geschichte habe ich mich am verregneten Maiwochenende wieder meinem Exemplar gewidmet. Lucy hat denselben Schnitt genäht, an dem auch ich mich versuche: Schnitt 126 aus Burdastyle 3/2015. Und wie ich war sie nicht froh mit den Bundfalten und hat sie einfach umgebaut. Ich habe die Falten gleich ganz eliminiert und hier gezeigt, wie ich das mit meiner Nählehrerin Martina bewerkstelligt habe.

Hintere Mitte - fünf mal geheftet, aber irgendwann passt alles
Hintere Mitte – fünf mal geheftet, aber irgendwann passt alles

Weiter ging es ganz normal. Zuschneiden. Nähen. Taille noch ein ganz klein wenig enger machen. Bund dran – ich habe ja gelernt, dass man dabei die Hose einhalten soll, damit der Bund nachher gut sitzt, aber mit diesem Arbeitsschritt kämpfe ich doch jedesmal. Einhalten ohne Fältchen zu produzieren heißt: Nähen, teilweise auftrennen, nähen, trennen. Alles wieder ab. Nochmal dran… Egal, irgendwann war der Bund dran. Genug ist genug. Und bei jeder Anprobe musste ich an Lucys Frage denken: Clown oder Couture? Meine Familie votierte für Clown. Aber NATÜRLICH nur, weil ich dazu Wollsocken und ein Sackoberteil trug (oder?).

Allerdings: fertig genäht und mit weißem Shirt und Pumps basis-gestyled fand meine Umgebung das Teil immer noch zu 50% merkwürdig. Und ich bin mir sehr unsicher. Was ich mag: die Culotte ist sehr bequem und luftig – bei heißem Wetter sicher prima. Außerdem mag ich die Verriegelung an den Nahttaschen (was meine neue Nähmaschine alles kann…). Und die Vorgehensweise mit dem Bundfalten-Ex hat wunderbar geklappt. Was ich nicht mag: Da wo ich am Bund eingehalten habe, fällt der dünne Popelinestoff nicht wirklich glatt, trotz Bügelns. Das ist ein typisches Näherinnen-Problem, das wahrscheinlich nie einer bemerken wird. Vor allem, weil ich das Shirt eher drüber trage. Mal abwarten, ob ich die Culotte wirklich anziehen werde. Eins ist klar: die 40er Jahre Variante in Knielänge – hier schon mal gezeigt – finde ich weit weniger gewöhnungsbedürftig.

Sie ist bequem, ich mag das Blau - aber trotzdem... merkwürdig?
Sie ist bequem, ich mag das Blau – aber trotzdem… merkwürdig?

Die Culotte könnte ja neben dem Wickelkleid zum Lemming-Teil des Frühjahrs werden – interessante Varianten seht ihr etwa bei Elke (mega-mutig in pink), Ann (ganz klassisch, elegant und gar nicht clownesk) und Novita (sehr schön mädchenhaft und alltagstauglich gestyled). Auffällig, dass sich fast jede Näherin die Frage nach der Absonderlichkeit des Kleidungstücks stellt. Aber sie hat eben irgendwas, die Culotte…

Ann näht einen für mich neuen, sehr schönen Culotte-Schnitt: Hot patterns camera ready culottes. Der Schnitt hat, wenn ich das richtig erkenne, Kellerfalten, die recht weit zugenäht werden, damit die Hose oben schmal bleibt und unten am Hosenbein gibt es Aufschläge. Eine sehr reizvolle Variante. Allerdings: $14.95 für einen Download-Schnitt ist doch üppig. Ich warte erst mal ab, wie sich mein Lemming-Gefühl entwickelt…

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Die Passform ist ok – auch ohne Bundfalten

Auf französischen Blogs habe ich übrigens noch eine weitere Lemming-Culotte entdeckt, die es aber noch nicht zu uns geschafft hat. Es handelt sich um ein japanisches Schnittmuster: Pochée Nr. 10. Die französischen Näherinnen sind begeistert, zum Beispiel Génépi, Elodie und Domibou.  Ich finde das Modell aber etwas merkwürdig: heftig angekräuselte Taschen vorne können doch keine schöne Silhouette machen, oder? Und so ein Gummizug im Bund ist zwar gemütlich, aber…. Kurz: Ich bin skeptisch.