Retro-Culotte – ein Abenteuer

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Mit Ringelshirt ist die Culotte bequem und alltagstauglich

Meinen ersten Me-Made-Mittwoch bestreite ich heute mit einem Näh-Abenteuer: meiner schwarzen Retro-Culotte. Schon vor einer Weile habe ich bei parvasedapta  ihren Bericht über die Rekonstruktion eines Hosenrockes von 1942 gelesen. Ich war fasziniert von dem tollen Schnittmusterfund und von der Vorgehensweise – einen Schnitt selbst aufzeichnen, nicht nur kopieren, ohne ausführliche Anleitung nähen. Und ich war sehr angetan von dem Kleidungsstück.

Also habe ich es versucht. Der Stoff ist eine schön fallende Wollmischung in schwarz, kombinationsfreundlich zu den meisten meiner Herbst-Winter-Frühlings-Übergangs-Oberteile (und schmeichelnd für meine Birnenfigur).

Am Schnitt habe ich nur eine kleine Veränderung vorgenommen und im Hüftbereich ein paar cm zugegeben – das hat sich als gute Idee erwiesen. Ein Schnittteil für den Taschenbeutel musste ich – mit Hilfe meiner Nähkurs-Lehrerin – ergänzen.

Der Bund des fertigen Hosenrocks hätte mir eigentlich weit über dem Nabel gesessen – fast direkt unter dem BH. Daher habe ich vor dem Anbringen des Taillenbelegs  gute zehn cm abgeschnitten und das Stück trägt sich immer noch mehr in der Taille als in der Hüfte – da hatte man früher wahrscheinlich andere Vorstellungen von gutem Sitz.

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Die Culotte macht alles mit und lässt (fast) alles mit sich machen

Ich bin sehr froh mit meiner Culotte. Der Hosenrock für die radelnde Dame von 1942 sieht fast aus wie ein Rock mit Kellerfalte. Aber er trägt sich praktischer – ich komme mir angezogener vor als im Rock. Das Teil ist dadurch sehr alltagstauglich. Im Herbst/Winter funktioniert der Hosenrock mit Stiefeln wunderbar und nun im Frühling lässt er sich auch mit Pumps oder Schnürschuhen kombinieren. Und ich plane schon eine frühlingshaftere Variante aus einem leichten Zickzack-Jeans.

Beim Nähen der Eingrifftaschen – deren eckige Form ich sehr schön finde – habe ich leider an der falschen Stelle zugenäht. Dadurch ist der Tascheneingriff miniklein geworden. Aber weil ich die Taschen sowieso nicht benutze, habe ich beschlossen, mir das Auftrennen zu sparen. So bleiben die Taschen eben klein.

Besonders zufrieden bin ich mit dem handgenähten Saum – der ist wirklich unsichtbar!

Ich bin sehr froh, dass ich nach langem Mitlesen jetzt auch aktiv beim MeMadeMittwoch dabei sein kann – und ich bin gespannt, was die anderen Näherinnen heute präsentieren!

 

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5 Gedanken zu “Retro-Culotte – ein Abenteuer

  1. Susanne 15. April 2015 / 19:16

    Interessante Wirkung bringt der tiefe Schritt mit sich. Optisch gefällt mir dein Hosenrock sehr gut und die Unifarbe ist natürlich ein dankbarer Kombipartner. Aber ist der tiefe Schritt denn auch bequem?
    LG von Susanne

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    • couseuse 15. April 2015 / 20:26

      Hallo Susanne, eigentlich ist der Schritt nicht besonders tief, sondern sitzt nur ein ganz klein bisschen tiefer als bei einer normalen Stoffhose. In der vorderen Mitte sind die beiden „Hosenbeine“ von oben ca. 20 cm lang zusammengenäht. Dadurch entsteht die Naht in der vorderen Mitte und das, was wie eine Kellerfalte aussieht. Hinter dieser Verbindungsnaht, die den Rockeffekt ausmacht, fühlen sich die Hosenbeine ganz normal an und man bewegt sich eben wie in einer Hose. Ich hoffe, ich habe das verständlich erklären können!
      LG von Almut

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  2. griselda 15. April 2015 / 8:31

    Ja, durch den tiefen Schritt schaut das nicht so nach Hosenrock aus, auf dem Vorschaubild wäre mir das gar nicht aufgefallen.
    Deine Hertnäckigkeit hat sich gelohnt, das ist ein superdankbarer Kombipartner für alle möglichen bunten Oberteile. Und ist dabei selbst gar nicht langweilig.

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